Worum es geht
Nur rund drei Prozent der Weltbevölkerung leben in Ländern mit offenem zivilgesellschaftlichem Handlungsspielraum. Für den weitaus größeren Teil gilt: Menschenrechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie Zugang zu Bildung, Gesundheit und Klimaschutz sind stark eingeschränkt.
Menschenrechtsverletzungen erreichen weltweit ein besorgniserregendes Ausmaß. Ursachen sind zunehmende autoritäre und autokratische Tendenzen sowie die Eskalation bewaffneter Konflikte.
Im gemeinsamen Kampf gegen Unterdrückung, Diskriminierung und Ungleichheit spielen Menschenrechtsverteidiger*innen und humanitäre Helfer*innen eine zentrale Rolle. Sie arbeiten oft unter gefährlichen Bedingungen, werden bedroht, verfolgt oder inhaftiert und sind mitunter gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.
Was Oxfam tut
Mithilfe unseres Notfall- und Schutzfonds können wir betroffene Aktivist*innen und Mitarbeitende unserer Partnerorganisationen pragmatisch, schnell und direkt unterstützen.
So erhalten Menschenrechtsverteidiger*innen nicht nur unmittelbaren Schutz, sondern vergrößern auch ihren Bewegungsraum und ihre Handlungsfähigkeit um ein Vielfaches. Dadurch stärken wir langfristig zivilgesellschaftliches Engagement für Freiheit, Demokratie und Teilhabe.
Menschen, die physischer und psychischer Bedrohung und Gewalt unmittelbar ausgesetzt sind, erhalten finanzielle Mittel aus unserem Nothilfe- und Schutzfonds für individuelle Unterstützungs- und Schutzmaßnahmen – und zwar konkret für
• Schutz für Leib und Leben: Gefährdete Menschenrechtsverteidiger*innen, Familien und Angehörige müssen zu ihrer Sicherheit schnell außer Landes gebracht werden. Die Reise-, Visums- und Transportkosten werden übernommen.
• Rechtsberatung und -beistand: Aus politischen Gründen werden Aktivist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen immer wieder zu Unrecht verhaftet. Insbesondere für Frauen und an den Rand gedrängte Gruppen kann ein Gefängnisaufenthalt verheerende Folgen haben. Eine gute Verteidigung vor Gericht ist sehr teuer.
• Medizinische Versorgung: Inhaftierten und Verfolgten wird häufig eine professionelle medizinische Versorgung verweigert. Die Behandlung in staatlichen Krankenhäusern ist für sie oft mit zusätzlichen Gefahren verbunden. In diesen Fällen muss eine alternative private medizinische Versorgung organisiert werden.
• Psychische Gesundheit: Psychosoziale Unterstützung und psychologische Betreuung helfen, traumatische und bedrohliche Situationen zu bewältigen.
• Digitale Sicherheit: Menschenrechtsverteidiger*innen und -organisationen erhalten Schulungen und Software, um sie wirksam vor digitaler Überwachung, Cyberangriffen, Cybermobbing und Gewalt in sozialen Medien sowie Zensur zu schützen.
• Schutz von Büros und Privatwohnungen: Sicherheitsausstattung, etwa Alarmanlagen, Kameras oder Schlösser, schützt lokale enschenrechtsorganisationen und Aktivist*innen vor Einbrüchen und Überfällen.
Die Aufwendungen für wirksame Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen sind je nach Land, Kontext und Komplexität sehr unterschiedlich. So kostet eine Rechtsberatung etwa 100 bis 300 Euro pro Stunde, eine Rechtsvertretung oder Prozessbegleitung kann bei kleineren Fällen durchaus 5.000 bis 10.000 Euro und bei komplexeren Fällen 50.000 bis 100.000 Euro betragen.
Was Sie tun können
Mit Ihrer Spende in den Notfall- und Schutzfonds kann Oxfam gemeinsam mit lokalen Partnern Menschenrechtsverteidiger*innen und humanitäre Helfer*innen durch individuelle, schnelle und direkte Hilfe besser schützen und zivilgesellschaftliches Engagement für Freiheit, Demokratie und Teilhabe nachhaltig stärken.
Nur durch eine starke Zivilgesellschaft können wir unser gemeinsames Ziel erreichen: Eine Welt, in der wir alle gut, sicher und gleichberechtigt zusammenleben.