Aus Timisoara / Rumänien berichtet die Leiterin unseres Straßenkinder-Projektes Dana St.
Integrationsprojekt für die Strassenkinder
Hier steht meine größte Alltagsarbeit in Timisoara. Die Arbeit beginnt auf der Straße, Tag und Nacht. Die Kinderhilfe bezahlt das Gehalt für einen Streetworker, der die Kinder auf der Straße findet und nach vielen Gesprächen bringt er die Kinder und Jugendlichen in unser Straßenkinderheim. Dann kommt die Arbeit den wahren Namen und Wohnort des Kindes zu erfahren, Dokumente an der Behörde zu finden oder neu auszustellen, Beratung und einfach die Erziehung, welche eigentlich das Schwerste ist. Wenn möglich werden die Kinder, nach einiger Zeit, nach Hause gefahren. Manchmal wohnen sie 700 bis 800 Kilometer entfernt und ich muss die Polizei und das Bürgermeisteramt in den bestimmten Ort besuchen oder uns dort anmelden.
Viele andere Kinder und Jugendliche bleiben aber im Straßenkinderheim über ein Jahr, da sie keine Eltern oder Verwandte haben und wir bringen diese Kinder in die Schule und bieten für die Nachmittage Erziehungsprogramm an: Kunst und Werken, Sport, Gartenarbeit oder auch nur allgemeine Beratung.
Die Kinderhilfe bietet etwas für die ärmeren Kinder zu essen, damit sie nicht auf die Straße zum betteln kommen.
Viele ehemalige Straßenkinder sind heute dank Kinderhilfe in der eigenen Familien oder in anderen rumänischen Familien integriert und besuchen die Schule im Integrationszentrum (wo ich arbeite), da sie hier dreimal am Tag essen können. Unter der Woche schlafen sie hier und fahren am Wochenende nach Hause.
Es ist sehr schön, wenn ich meine “alten” Straßenkinder jetzt mit anderen Kinder zusammen sehe und sie nicht mehr unter einer Brücke oder in einem Kanal übernachten müssen.
„Unsere Aktion hat wieder viel Freude den Kindern und Jugendlichen im Kreis Timis gebracht und unsere Zusammenarbeit mit den verschiedenen Einrichtungen hat sich dadurch noch verbessert. Mehr als in anderen Jahren haben die Heimleiter um Kleidung und Schuhe gebeten, um Spiel- und Malsachen. Und um Lebensmittel, besonders Obst. Natürlich habe ich versucht, so viel wie möglich die Bedürfnisse und auch die Wünsche der Kinder zu erfüllen. In den vergangenen fünf Jahren haben über zweihundert Pflegeeltern Kinder in die Familie aufgenommen und mit den eigenen erzogen. Auf Grund der wirtschaftlichen Situation in Rumänien haben viele Eltern die Kinder zurück in die Heime gebracht, und so ist die Zahl der Kinder in den Einrichtungen wieder größer geworden...Und damit auch die Zahl der Straßenkinder...So wird unsere Arbeit immer wichtiger und es gibt täglich sehr viel zu tun. Es geht nicht nur um Beratung, sondern darum, eine Schule zu finden, einen Schlafplatz zu schaffen und ein warmes Essen zu ermöglichen.
Durch Ihre Hilfe kann ich in Timisoara und im Kreis ein bisschen Gutes tun und dafür bedanke ich mich ganz herzlich.“