Gestaltung einer historischen Kulturlandschaft
Ein verwilderter Park zieht das Engagement einer Dorfgemeinde auf sich. Großstädter aus dem benachbarten Halle gesellten sich hinzu: kulturhistorisches und heimatkundliches Interesse führten zur Gründung des Fördervereins Park Dieskau e.V. im Jahr 1999. Er nimmt die Arbeit auf, die ein kleiner Kreis in den 80er Jahren begonnen hatte. Zum Vorstand des Vereins gehört Dr. Götz Meister vom Unabhängigen Institut für Umweltfragen e.V.
Der Park ist mit 63 Hektaren immerhin mehr als halb so groß wie sein berühmter Nachbar-Park von Wörlitz. Wie dieser gehört er zu den ersten Landschaftsgärten im englischen Stil, die auf dem europäischen Kontinent angelegt worden waren. 1778 bis 1784 wurde unter der Leitung des Schlossherrn von Dieskau, Carl Christoph von Hoffmann, der Versuch eines verträglichen Nebeneinanders von Mensch, Kultur und Natur unternommen. Und fortgeführt. Gartenkunst, Wasserbau, Fischzucht und Forstwirtschaft hinterließen ein vielgestaltiges Landschaftsmosaik. Es ist noch zu erkennen unter den Wucherungen der ungelenkten Natur (Die haben ihren Wert in sich: Nirgends im Saalkreis brüten so viele Vogelarten wie im Park und in seinem Umfeld). Auf Anregung des Fördervereins ließ die Gemeinde Dieskau ein Entwicklungskonzept für den Park erarbeiten.
Das UfU hat das Projekt "Umweltpädagogische Erschließung des Parks Dieskau" gestartet. Es werden regelmäßig Führungen angeboten, Planungen für einen Park-Erlebnispfad sind weit vorangeschritten. Der Erlebnispfad wird gemeinsam mit der Dieskauer Schule angelegt. Das Dorf will nicht nur seinen Park neu gestalten. Auch für die Instandsetzung des Schlosses und der Kirche haben sich Fördervereine gegründet.
Das Park-Projekt ist im Arbeitsbereich Landschaftsökologie des UfU angesiedelt. Es folgt dem Anliegen des Institutes, Bürger bei der bewussten Gestaltung ihrer Umwelt zu unterstützen. Der Förderverein Park Dieskau gewinnt an Zuspruch und würde sich sehr über eine kleine Spende zur Unterstützung der Arbeit freuen.