Unser ehrenamtlicher Einsatz in Deutschland dient in erster Linie als „Hilfe zur Selbsthilfe“, um unseren spanischen Partnerverein OKAPI, der die Tiere auf Fuerteventura versorgt und betreut, finanziell und ideell zu unterstützen, denn das inzwischen monatliche Budget von ca. 12.000 EUR (Tendenz stetig steigend), kann nicht auf der Insel erbracht werden - einer Insel, die zwar überwiegend vom Tourismus lebt, auf der viele Einheimische aber auch nur „gerade so eben“ über die Runden kommen und es sehr viel Armut gibt. Für die eigenen Tiere ist kein Geld da, wie soll dann eine Spende möglich sein?Mit dem monatlichen Budget werden die Kosten für Futter, Betreuung/Versorgung der Tiere, Medikamente und Tierarzt abgedeckt sowie Kastrationen/Kastrationsaktionen, Instandhaltung der Einrichtungen, Operationen/Behandlungskosten, Hilfestellung für Einheimische, die sich das Futter oder eine dringend notwendige Tierarztbehandlung nicht leisten können, und natürlich die Aufklärungsarbeit vor Ort.
Unser oberstes und wichtigstes Ziel war und ist es, die Nachwuchsflut von Hunden und Katzen durch Kastrationsaktionen einzudämmen und die Planung und Finanzierung dieser Aktionen von Deutschland aus zu übernehmen. Hierzu mobilisieren wir u.a. immer wieder deutsche Tierärzte und Tierarzthelfer, die unentgeltlich vor Ort für uns im Einsatz sind, um uns bei dieser grundlegend wichtigen Arbeit zu unterstützen. Den größten Teil unserer Hunde haben wir krank, verletzt oder völlig unterernährt aufgenommen. Gerade alte Hunde werden häufig bei uns „entsorgt“, aber auch viele unerwünschte Welpen und manchmal, in letzter Zeit sogar häufiger, Mütter mit ihren Welpen.
Die traurigen „Spitzenreiter“ sind allerdings Jagdhunde: Podencos und Pointer! Diese werden, sofern sie nicht schussfest oder jagdtauglich sind, entweder direkt im Jagdgebiet zurück gelassen, in den offiziellen Tötungsstationen der Insel abgegeben oder an der Tür unseres Tierheimes angebunden. Zu den Tötungsstationen sei gesagt, dass jede Gemeinde auf Fuerteventura eine derartige Einrichtung führen muß. Zwei davon (in Puerto del Rosario und in La Oliva) haben wir übernommen und zu einem Tierheim „umgebaut.“ Mit einer dritten arbeiten wir zusammen, indem wir in regelmäßigen Abständen Hunde von dort in unsere Obhut übernehmen. Ansonsten werden diese Tiere, genau wie in der leider nicht kooperativen Gemeinde-Perrera von Tuinijeje, nach einer 21-tägigen „Wartezeit“ getötet. Als wir die Perrera in Puerto del Rosario 1997 übernahmen, war dies ein kleines gemauertes Gebäude mit 4 Parzellen und jeweils einer Stahltür mit einem Gittereinsatz von ca. 15 cm Maß, durch den etwas Licht und Luft in das ansonsten düstere „Verlies“ kam. Als die Helfer aufschlossen, kamen ihnen Unmengen von Fliegen entgegen - die Hunde vegetierten ohne Wasser und Futter auf einem fast kniehohen Kot- und Urinteppich vor sich hin. Gemeinsam haben wir in den letzten 11 Jahren so viel erreicht und viele Tiere gerettet, ihre Lebensumstände verbessert, ihnen ihr Leid genommen und Hoffnung gegeben.
Es ist nicht leicht, sich für Tiere einzusetzen, die rund 3.000 km von uns entfernt leben – oder - leider oftmals – unter unwürdigen Bedingungen vor sich hin vegetieren. Doch es gibt so unzählig viele Dinge, die wir trotz der großen Entfernung in der Vergangenheit für die Tiere auf Fuerteventura von Deutschland aus tun konnten und wir möchten dies auch weiterhin tun und die Tiere nicht einfach ihrem Schicksal überlassen.