Während eines Aufenthalts in Sierra Leone traf der Marburger Arzt Dr. Gangolf Seitz in den 70er Jahren eine bemerkenswerte Frau: Theresa Mansaray. Die engagierte Hebamme und Krankenschwester hatte nach ihrer Ausbildung ein eigenes Geburtshaus in dem Städtchen Blama gegründet und setzte sich für werdendes Leben ein. Doch der blutige Bürgerkrieg, der das Land Mitte der 90er Jahre erfasste, zerstörte alles, was Schwester Theresa bis dahin mühevoll aufgebaut hatte. Nach einer schweren Zeit des Krieges und der Flucht ließ sich Theresa Mansaray schließlich in Bo, der zweigrößten Stadt des Landes, nieder. Hier wollte sie einen Neuanfang wagen und wieder ein Geburtshaus aufbauen. Aus eigenen Mitteln erwarb sie ein ausreichend großes Grundstück am Stadtrand. Die Marburger Hilfsorganisation Terra Tech e.V. erfuhr über Dr. Seitz (Vorstandsmitglied von Terra Tech) vom Vorhaben der Krankenschwester und entschloss sich, sie beim Bau des Hauses zu unterstützen und die medizinische Ausstattung für die Einrichtung zu übernehmen. Im Jahr 2002 konnte mit dem Bau des neuen Geburtshauses begonnen werden. Wenige Monate später war ein festes Gebäude aus Zementsteinen entstanden, das nun Platz für Zimmer mit Betten, Entbindungsräume, Verwaltungs- und Vorratsräume sowie einen Aufenthaltsraum für Hebammen bietet. Im Mai 2003 konnte das Gebäude, das den Namen M. M. Maternity Clinic erhielt, schließlich im Beisein von Vertretern des öffentlichen Lebens eingeweiht werden. Seitdem wurden und werden in der M. M. Maternity Clinic in Bo schwangere Frauen beraten und untersucht, Geburten und Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt sowie Kinder und Mütter geimpft. Unterernährte Kinder erhalten darüber hinaus durch das Hilfsprogramm der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen vitaminhaltige Hochenergienahrung. Außerdem wird Frauen und auch Männern eine allgemeine Sprechstunde angeboten; die Zahl der Patienten steigt jedes Jahr. Mittlerweile ist die M. M. Maternity Clinic weit über die Umgebung hinaus bekannt. Um die Arbeit des Geburtshauses zu erleichtern, haben wir im Mai 2008 die Installation einer Solaranlage in die Wege geleitet, die zur Verbesserung der Arbeit bei Nacht dient. Konzipiert und montiert wurde die Anlage von den Ingenieuren ohne Grenzen e.V.
Um den Betrieb des Geburtshauses auch weiterhin erfolgreich fortführen zu können, ist weitere Hilfe erforderlich. Nach einem Jahrzehnt blutigen Bürgerkrieges befindet sich Sierra Leone im Wiederaufbau, doch nach wie vor ist die wirtschaftliche Lage angespannt. Insbesondere Frauen haben trotz harter Arbeit kein geregeltes Einkommen. Als werdende Mütter stehen sie oftmals vor dem Problem, nicht die anfallenden Kosten für die Untersuchungen während der Schwangerschaft und für eine betreute Geburt aufbringen zu können. So ist in Sierra Leone die Säuglings-, Kinder- und Müttersterblichkeitsrate weltweit am höchsten. Die Sterblichkeitsrate der Mütter liegt hier ca. 250 Mal höher als in Deutschland, was enorme Auswirkungen auf die (Über-) Lebenssituation der gesamten Familie hat – dabei kann sie durch wenige einfache, aber effiziente Maßnahmen signifikant gesenkt werden. Jede Frau hat das Recht, ihr Kind unter hygienischen und sicheren Umständen auf die Welt zu bringen! Mit einem vergleichsweise geringen Betrag von umgerechnet 25 Euro kann einer werdenden Mutter eine gute Versorgung während der Schwangerschaft und eine Geburt unter sicheren Bedingungen ermöglicht werden. Mit einer Unterstützung von 25 Euro können folgende Maßnahmen durchgeführt werden: Routineuntersuchungen während der Schwangerschaft, Verabreichung von Medikamenten, Vitaminen und Impfungen für werdende Mütter, Schutz vor Malaria durch Moskitonetze, professionelle Betreuung während der Geburt und Impfungen für die Neugeborenen. Zusätzliche Spenden ermöglichen darüber hinaus die Einstellung einer Krankenschwester, die schwangere Frauen in weit abgelegenen Dörfern betreuen kann. Benötigt werden außerdem finanzielle Mittel für den möglichen Transport und die Unterbringung in einem Krankenhaus, falls es zu Komplikationen oder notwendigen operativen Eingriffen (z.B. Kaiserschnitt) kommt.
Jede Frau hat das Recht, ihr Kind unter hygienischen und sicheren Umständen zur Welt zu bringen! Dafür bitten wir herzlich um Unterstützung!