Besonders die ländliche Bevölkerung in Entwicklungsländern ist in vielen Lebensbereichen benachteiligt. So haben zwei Milliarden Menschen keinen Zugang zu modernen Energieformen, sie kochen mit Feuerholz, erhellen ihre Hütten abends mit Kerosinlämpchen oder nutzen - wenn sie nicht bitterarm sind – Benzingeneratoren oder Batterien, um Strom zu erzeugen. Um Holz oder Diesel nutzen zu können, müssen zum Erwerb dieser Brennstoffe meist mehrere Kilometer zurückgelegt werden.
Zugang zu Energie reduziert Armut
Strom aber bringt Erleichterungen – Kinder können abends ihre Hausaufgaben erledigen, Handys können geladen werden, ein Radio oder Fernseher kann betrieben werden und so Nachrichten aus der Stadt und aus der Welt empfangen werden, landwirtschaftliche strombetriebene Geräte können die Feldarbeit erleichtern, die eingesparte Zeit für die Beschaffung von Holz oder Diesel kann für Bildung genutzt werden.
Pilotprojekt in Kamerun
Auch in unserem Pilotpotjektdorf M’muock haben die 7.000 Einwohner keinen Zugang zur nationalen Stromversorgung. M’muock liegt im Bergland der Südwestprovinz Kameruns. Einige wenige Dorfbewohner können sich den Betrieb von Benzingeneratoren leisten, allerdings muss um Benzin zu holen eine 2-stündige Autofahrt in Kauf genommen werden und die Benzinpreise sind relativ am Einkommen gemessen wesentlich höher als in Europa.
Ziel des Projekts: Dezentrale Stromversorgung
Ziel des Projektes ist es durch Schulung in Erneuerbarer Energie-Technologie eine dezentrale Stromversorgung zu ermöglichen. Der durchschnittliche Bedarf einer lokalen Familie für Stromverbraucher liegt bei 2 Glühbirnen, 1 Ladegerät für ein Handy, 1 Radio und/oder Fernseher. Kleine Anlagen, die lokal hergestellt werden können, eignen sich daher hervorragend für den Einsatz in diesem Gebiet. Topographisch bieten sich kleine Wind- und Wasserkraftanlagen zur Energiegewinnung an, daher wird diese Technik vermittelt.
Geplante Projektmaßnahmen in M’muock
- Elektrifizierung der Grundschule mit einem Windrad in M’muock
- Ausbildung der lokalen Bevölkerung im Bau von kleinen technisch einfach herzustellenden Wind- und Wasserkraftanlagen aus lokalen Materialien
- Schulung im Herstellen von Solarladegeräten hergestellt aus Solarzellenbruch
- Ausbildung im Kleinunternehmertum um aus erlernter Technik ein kleines Unternehmen aufbauen zu können, unterstützt durch Mikrokredite
- Workshops/ öffentlichkeitswirksame Maßnahmen um Gefahr von Umweltverschmutzung zu verdeutlichen
Diese Maßnahmen will GREEN STEP e.V. gemeinsam mit seinen Partnern Nkong Hilltop, eine kamerunsche Nichtregierungsorganisation mit 10-jähriger Erfahrung für ländliche Entwicklungsarbeit und Ph.D. Julius Tangka, Professor für Agrartechnik in Kamerun, umsetzen.