GLOBArt hat seit 2005 ein ständiges Spendenkonto zugunsten von Bischof Erwin Kräutler eingerichtet, der 2004 den GLOBArt Award erhalten hat.
Derzeit steht er wieder auf der Todesliste und bedarf großer Unterstützung.
Erwin Kräutler kämpft nicht nur für den Erhalt der Natur, sondern auch für die Rechte von Indianervölkern sowie gegen sexuellen Missbrauch von Kindern.
ZUR PERSON
Am 7. November 1980 wurde Erwin Kräutler zum Bischof des flächenmäßig größten Bistums Brasiliens ernannt und am 25. Jänner 1981 in Altamira, dem Bischofssitz, geweiht. Die ihm anvertraute Prälatur umfasst 350.000 Quadratkilometer und zählt knapp 400.000 Einwohner, 4.000 davon Indianer verschiedener Sprachgruppen.
Bischof Erwin Kräutler lässt sich in seinem Einsatz von der "Option für die Armen und die kulturell Anderen" leiten und prangert immer wieder politische, soziale und wirtschaftliche Ungerechtigkeiten an. Sein Engagement hat unmissverständliche Drohungen zur Folge. Im Juni 1983 wurde er von der Militärpolizei niedergeschlagen, festgenommen und verhört. Er hatte sich mit Zuckerrohrpflanzern solidarisiert, denen die abgelieferte Ernte neun Monate nicht bezahlt wurde.
Im Jahre 1983 wurde er zum Präsidenten des Indianermissionsrates (CIMI) der Brasilianischen Bischofskonferenz gewählt und setzte sich in der Folge brasilienweit noch mehr für die Rechte der Indianervölker ein. Als ihn die Generalversammlung 1987 für weitere vier Jahre im Amt bestätigte, war sein Ziel, besonders auf die Abgeordneten im Nationalkongress Einfluss auszuüben, die an der Neuen Brasilianischen Verfassung arbeiteten. Politische Drahtzieher auf der Gegenseite reagierten über eine der größten Tageszeitungen Brasiliens mit einer Diffamierungskampagne gegen den Indianermissionsrat und dessen Präsidenten.
Der Höhepunkt dieser Periode der Anfeindung und Verleumdung war ein mysteriöser Verkehrsunfall am 16. Oktober 1987, der bis heute nicht geklärt wurde. Bischof Kräutler wurde schwer verletzt und verbrachte 6 Wochen im Spital. Sein Mitbruder Salvatore Deiana war auf der Stelle tot.
Nach der Promulgation der Verfassung am 5. Oktober 1988 galt seine Aufmerksamkeit und Energie vor allem der Garantie der nunmehr in der Verfassung verankerten Rechte der indigenen Völker Brasiliens.
In zahllosen Vorträgen, Konferenzen und Diskussionen in Brasilien und im Ausland informiert Bischof Kräutler die Öffentlichkeit über den Lebenskampf der Indianervölker auf dem lateinamerikanischen Kontinent und verlangt eine Bewusstseinsänderung und neue Verhaltensweisen. Unermüdlich setzt er sich für die Indianerrechte und Bewahrung ihres Lebensraumes und ihrer Kulturen ein.
Vom 12. bis 28. Oktober 1992 nahm er als Delegierter der Brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) an der Vollversammlung des lateinamerikanischen Episkopats in Santo Domingo (Dominikanische Republik) teil und bringt dort die Probleme der Indios, der Afro-Amerikaner und Mestizen zur Sprache.
Auf Einladung des Österreichischen Bundeskanzler Dr. Franz Vranitzky, nimmt Bischof Kräutler als Berater der Österreichischen Delegation an der Unweltkonferenz UNCED im Juni 1992 in Rio de Janeiro und im März 1995 am World Summit for Social Development in Kopenhagen teil.
Bei der 33. Generalversammlung der Brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) im Mai 1995 wird Erwin Kräutler in die aus neun Mitgliedern bestehende Bischöfliche Pastoralkommission gewählt und vertritt in diesem Gremium das gesamte brasilianische Amazonien. Im Jahre 1999 wurde er für weitere vier Jahre für dieses Amt gewählt.
Vom 16. November bis 12. Dezember 1997 nimmt Bischof Kräutler als einer der 15 von der Bischofskonferenz gewählten und vom Papst bestätigten Delegierten des Brasilianischen Episkopats im Vatikan an der Synode für Amerika teil und erhebt seine Stimme im Namen der Völker Nordbrasiliens für deren Rechte und gegen die skrupellose Plünderung und Ausbeutung Amazoniens.
"Wir müssen von unserem ethnozentrischen und euro-zentrischen Denken und Handeln - auch in der Kirche gibt es ein kolonialistisches Gehabe - abkommen und die indianischen Kulturen achten und auf sie Rücksicht nehmen. Es geht nicht darum, diesen Menschen ein abendländisches Glaubenspaket zu übergeben, sondern zunächst einmal darum, in einem solidarischen Mit-Leben zu erfahren, wie sie denken, wie sie selbst sind". ERWIN KRÄUTLER