Die UNESCO-Welterbekirche St. Michaelis zu Hildesheim
Ein Bischof baut seinen Glauben. Die St. Michaeliskirche in Hildesheim gilt als der schönste und reinste romanische Kirchenbau in Norddeutschland; im Jahre 2010 feierte er sein tausendjähriges Bestehen seit der Gründung.
Der berühmte Hildesheimer Bischof Bernward (+1022), der vorher Erzieher Kaisers Otto III. war, hat seiner Kirche ein durchdachtes theologisches Konzept zu Grunde gelegt. Die St. Michaeliskirche sollte ein würdiger Aufbewahrungsort für die Kreuzreliquie sein, die Bernward vom Kaiser geschenkt bekommen hatte; die Kirche war aber auch von Anfang an zu seiner Grabeskirche bestimmt.
Über seinem Grab in der Krypta im Westen sollte das Gebet der Mönche des Michaelisklosters zu hören sein, und er wollte aus seinem Grab den Kreuzaltar im Osten sehen, das Zeichen des wieder kommenden Erlösers, von dem er sich zur Auferstehung rufen lassen wollte.
Die Konzeption der Kloster- und Wallfahrtskirche ist von einer ausgeprägten Zahlensymbolik bestimmt. Nichts an ihr ist zufällig. So entstand ein Bau von beeindruckender Harmonie, dessen Wirkung sich bis heute niemand entziehen kann. Die Kirche ist 1985 in die Liste der UNESCO-Welterbestätten aufgenommen worden.
Im Jahre 1542 wurde in Hildesheim die Reformation eingeführt und die St. Michaeliskirche evangelische Gemeindekirche. Den katholisch gebliebenen Mönchen wurde die Krypta als Gottesdienstraum zuerkannt. Diese Aufteilung gilt bis heute. Die Krypta wird von der röm-kath. St. Magdalenen-Gemeinde genutzt, zu der ein gutes ökumenisches Verhältnis besteht.