Die Situation
Das Volk der Awa-Indianer lebt im Grenzgebiet von Kolumbien und Ecuador, nahe der Pazifikküste. Ihr traditionelles Territorium erstreckte sich seit vorkolumbianischer Zeit über viele hunderttausend Hektar tropischen Regenwaldes, welcher eine außergewöhnliche Biodiversität vorzuweisen hat. Die kolumbianische Regierung hat den heute etwa 12.000 noch in ihren Traditionen lebenden Awa auf kolumbianischer Seite seit 1991 mehrere Reservate im Südwesten des heutigen Departments Nariño zuerkannt, in denen sie über eine weitgehende Autonomie verfügen.
Doch in den Reservaten und an deren Rändern haben auch Siedler und Großgrundbesitzer ihre Fincas und Ländereien. Aus diesen Gebieten heraus dringen die Siedler immer wieder in das Indianergebiet ein, um illegal Holz zu schlagen, ihre Anbauflächen zu vergrößern oder mit Dynamit auch die letzten Fischgründe leer zu fischen. Gewalt gegen indianische Nachbarfamilien wird immer wieder als Mittel zur Einschüchterung verwendet.
Das Projektziel
Earthlink unterstützt die Bemühungen der Awa-Indianer, ihren Wald zu verteidigen und ihre eigene Kultur zu erhalten. Die Indianer haben bereits ein Konzept dafür entwickelt: mit strategischen Landkäufen von kleinen Flächen etwa am Güiza-Fluß, der die Grenze eines der größten Reservate darstellt, wird der Wald vor dem Zugang der fremden Siedler abgewiegelt. So kann ein vielfach größeres Gebiet im "Hinterland' gesichert werden.
Über die notwendigen Landkaufmaßnahmen hinaus, gestalten die Awa ihre Zukunft aktiv mit. Sie möchten ihren Kindern durch ein integratives Bildungs- und Gesundheitsprogramm zum einen eine Erziehung gemäß ihrer eigenen Traditionen zukommen lassen, zum anderen sollen sie aber auch gut auf die Welt außerhalb ihres Territotiums vorbereitet werden, weil diese Welt sich täglich mehr mit der ihren verzahnt. Außerdem wird die eigene Interessenvertretung der Awa, die UNIPA (Unidad Indigena del Pueblo Awa) in Indianer- und Landrechtsfragen von versierten Anwälten vertreten, wodurch z.B. die Anerkennung der Reservate erreicht wurde.
Bisherige Erfolge / aktueller Stand
Durch Spenden konnten bereits ca. 1200 Hektar Regenwald in die Obhut der Awa zurückgegeben werden. Zudem wurde in der nahegelegenen Stadt Pasto ein sogenanntes „Casa Indigena„ eingerichtet, in dem den Awa der Zugang zu besserer Krankenversorgung und Bildung gewährt wird. Zusätzlich wurde den Indianer in Zusammenarbeit mit der deutschen Botschaft in Kolumbien eine eigene Zahnarztausrüstung finanziert, die ihnen die Möglichkeit gibt, sich selbst medizinisch zu versorgen. Ein Teil der Awa war noch bis vor kurzem auf eine relativ instabile Hängebrücke angewiesen, die die einzige Verbindung zum Ort El Diviso, und somit zu medizinischer Grundversorgung und wirtschaflichem Austausch darstellte. Im Jahre 2000 konstruierte man dort eine neue Brücke. Im Bereich Bildung hat man den Awa beim Aufbau eines „colegio agropequario„ geholfen. Hierbei handelt es sich um eine Schule, welche sich hauptsächlich mit Landwirtschaft und Fischzucht beschäftigt. Dort wird den Indianern die Möglichkeit geboten, sich bezüglich einer effektiveren Bewirtschaftung ihres Gebietes weiterzubilden.
Was können Sie tun?
Die zunehmend instabilere innenpolitische Lage Kolumbiens betrifft auch die von den Awa-Indianern bewohnten Gebiete und jene, an denen sie Interesse haben. Das Resultat sind steigende Landpreise, die es den Indianern natürlich schwer machen, ihr Land zurückzukaufen. Dadurch ist die rechtliche Betreuung durch einen ortskundigen Anwalt noch wichtiger geworden. Auch der Ausbau und die Verbesserung des Gesundheits- und Bildungswesen erfordern ständig finanzielle Mittel. Mit dieser monetären Belastung sind die Awa-Indianer natürlich überfordert und sind somit auf Hilfe angewiesen. Spenden jeglicher Art sind dringend benötigt und natürlich jederzeit herzlich willkommen.