Kostenlose medizinische Hilfe für Obdachlose
Das Leben auf der Straße und in Armut macht krank. Obdachlose und Menschen ohne Krankenversicherung gehen oft nicht zu niedergelassenen Ärzten, weil sie sich nicht trauen. Für sie ist die medizinische Ambulanz am Bahnhof Zoo lebenswichtig. Die Ambulanz finanziert sich ausschließlich über Spenden.
„Typische Krankheiten sind bei uns chronische Entzündungen, Gicht und Rheuma, auch Hautkrankheiten sind häufig“. Denn wer nur ein Paar Schuhe hat, der zieht sie nicht aus, selbst wenn sie nass sind. Genausowenig wie die Kleidung am Körper, Wechselwäsche besitzen die Wohnungslosen meist nicht.
Hundert Patienten pro Woche
Etwa 100 Obdachlose suchen die Ambulanz pro Woche auf. Das Team der medizinischen Ambulanz besteht aus Ärztinnen und Ärzten, Krankenschwestern und -pflegern, einem Sozialarbeiter sowie ehrenamtlichen Mitarbeitern.
Die Probleme werden dringender
Unsere Patienten gehen nicht in andere medizinische Einrichtungen, zumindest erst einmal nicht. Entweder weil sie keine Krankenversicherung haben, oder weil sie Angst vor Behörden und Institutionen haben. Viele sind suchtmittelabhängig. In den letzten Jahren wurde die Probleme immer dringender und komplexer“, weiß die Krankenschwester der Ambulanz. „Die zentralen Probleme unserer Leute sind psychische Erkrankungen, Verschuldung, Langzeitarbeitslosigkeit, Alkoholmissbrauch, Verwahrlosung und letzlich soziale Isolation.“
Schnittstelle zu weiteren Hilfsangeboten
Neben der medizinischen Grundversorgung und Sozialberatung versucht das Team, weitergehende Hilfsangebote zu vermitteln. Die medizinische Ambulanz ist eine wichtige Schnittstelle zwischen den anderen Versorgungseinrichtungen der Stadt wie z. B. Notübernachtungen, Tagesstätten, Suppenküchen und arbeitet eng mit weiterführenden Fachdiensten zusammen.
Seit 2012 muss die Ambulanz allein aus Spendenmitteln finanziert werden, bitte spenden Sie!