Rund 100 Babies HIV-positiver Mütter im Alter von bis zu zwei Jahren werden im Mount Sinai Centre mit Milchpulver versorgt. Die Mütter selbst sind meist alleine und zu geschwächt, um für ihre Kinder sorgen zu können. Aus Geldmangel wird oft gestillt – und das Kind unweigerlich der Gefahr ausgesetzt, sich ebenfalls mit dem Virus zu infizieren. Für die Mütter im Mount Sinai Centre stellt das Stillen jedoch die einzige Möglichkeit dar. Denn wer selbst Kinder hat, weiß: Milchpulver ist teuer. Eine Monatsration kostet umgerechnet € 18, für die meisten Mütter im Mount Sinai Centre eine Summe, die alleine unmöglich aufzubringen ist. Deshalb wird ihnen das nötige Milchpulver im Centre zur Verfügung gestellt. Die Babys werden zudem engmaschig betreut, regelmäßig gewogen und auf HIV getestet. Über 1.000 Kinder konnten seit der Gründung des Centres so schon gerettet werden!
Die hohe HIV-Quote in Namibia hat für alle fürchterliche Konsequenzen, am schlimmsten aber trifft es die Kinder, die sich selbst mit dem Virus angesteckt haben. Meistens versterben beide Elternteile innerhalb kurzer Zeit. Die Kombination aus Hunger und einer HIV-Infektion verläuft meist tödlich. Zum einen ist der Körper so geschwächt, dass eine Infektion nicht lange zurückgedrängt werden kann. Zum anderen können die Medikamente – zumindest die frei beziehbaren – kaum auf nüchternen Magen genommen werden. Das Mount Sinai Centre hat deshalb zusätzlich zu seinem Milchpulverprojekt ein Essensprogramm ins Leben gerufen, in dem 120 betroffene Kinder die für sie in vielfacher Hinsicht überlebensnotwendigen Essensspenden erhalten.