Der Krieg gegen die Ukraine prägt den Alltag der Menschen seit vielen Jahren. Spätestens seit dem großflächigen russischen Angriff im Februar 2022 ist das gesamte Land von massiver Gewalt betroffen. Doch die Zerstörung begann bereits 2014 mit der Besetzung der Krim und Teilen der Ostukraine. Seitdem erleben Millionen Menschen einen Alltag, in dem Sicherheit keine Selbstverständlichkeit mehr ist.
Angegriffen werden nicht nur militärische Ziele. Immer wieder treffen Raketen und Drohnen Wohnhäuser, Krankenhäuser, Schulen, Universitäten und lebenswichtige Infrastruktur. Stromausfälle, zerstörte Versorgungswege und ständige Angriffe erschweren die medizinische Versorgung erheblich. Verletzte müssen oft unter Zeitdruck, in improvisierten Räumen oder direkt nahe der Front behandelt werden.
Nach schweren Angriffen sind starkes Verbluten, Atemnot und Schockzustände die häufigsten Todesursachen. In genau diesen ersten Minuten entscheidet sich, ob ein Mensch überlebt. Doch vielerorts fehlen selbst grundlegende medizinische Materialien.
Deshalb unterstützen wir gezielt Ärztinnen, Ärzte und medizinisches Personal in der Ukraine mit mobilen medizinischen Notfallrucksäcken – ausgestattet für die Erstversorgung von Schwerverletzten unter extremen Bedingungen.
Was sind medizinische Notfallrucksäcke?
Unsere medizinischen Notfallrucksäcke sind kompakte, tragbare Behandlungseinheiten, die speziell für den Einsatz in Krisen- und Kriegsgebieten konzipiert sind. Sie ermöglichen es medizinischem Personal, unabhängig von Krankenhäusern oder Stromversorgung sofort zu handeln.
Jeder Rucksack enthält – je nach Einsatzgebiet – bis zu 200 sorgfältig zusammengestellte Medikamente und Medizinprodukte, darunter:
- Material zur Blutstillung
- Infusions- und Schocktherapie
Atemwegssicherung
- Schmerz- und Notfallmedikamente
- Verbands- und chirurgisches Basismaterial
Ein einzelner Notfallrucksack kann bis zu fünf schwer verletzten Menschen das Leben retten.
Die Rucksäcke sind so aufgebaut, dass sie nach dem Einsatz wieder aufgefüllt und erneut verwendet werden können. Genau das ist entscheidend – denn an vielen Orten fehlt es dauerhaft an Nachschub. Manche medizinischen Teams müssen Material mehrfach verwenden oder auf notwendige Behandlungen verzichten, weil Medikamente nicht verfügbar sind.
Mit jeder Lieferung schließen wir gezielt diese Lücken dort, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Seit Beginn des großflächigen Krieges im Februar 2022 konnten wir gemeinsam mit Unterstützerinnen und Unterstützern bereits über 6.100 medizinische Notfallrucksäcke in die Ukraine bringen.
Dieses Projekt ermöglicht konkrete Hilfe dort, wo jede Minute zählt.