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Die Entdeckung eines alltäglichen Schatzes

Vier von fünf Ugandern leben von der Landwirtschaft. Ein Großteil davon sind Kleinbauern und Kleinbäuerinnen. Laut Index für menschliche Entwicklung (HDI) der Vereinten Nationen steht Uganda auf Platz 154 von 177 Ländern. Ein Förderansatz, der diese Fakten einbezieht, setzt bei Schulbildung und Landwirtschaft an. Ein Beispiel: Flavia Kajongo war Polizistin in Ugandas Hauptstadt Kampala. Dann erkrankte ihre Mutter und brauchte Pflege. Als einziger Tochter fiel ihr die Aufgabe zu, sich um die Mutter zu kümmern. Sie zog mit ihren sechs Kindern, vier eigenen und zwei Waisen, zurück in den Nordwesten Ugandas, auf das fünf Acre große Landstück der Mutter. Zwei Kinder schickte sie auf die Golden Treasure School. Mehr Schulgeld konnte sie nicht aufbringen. Von der Schule hatte sie Gutes gehört – vor allem, dass die Kinder zweimal täglich in der Schule essen.

Bei einer Schulfeier Ende 2010 hörte sie dann, dass die schuleigene Farm nicht nur Mais, Bohnen, Reis, Gemüse und Früchte für die Schulküche erwirtschaftet, sondern zusätzlich 8 Mio. Uganda-Schilling, damals etwa 2.500 Euro, in Farm und Schule reinvestiert hatte. Gemeinsam mit anderen Eltern horchte sie auf: Lehrer, die eine Farm bestellen? So hohe Erlöse aus einer Schulfarm? Denn die harte Arbeit auf dem Land ist nicht hoch angesehen. „Go digging“ – „Geh umgraben“ ist eine beliebte Strafe für Kinder.

Ein Mehr an Bildung wird in Uganda generell als der Weg vom Land in die Stadt – hin zu einem „besseren Leben“, zu einem Handels- oder Bürojob verstanden. Um ihren Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen, verkaufen viele Eltern nach und nach ihr Land. Hunderttausende junger Männer investieren ihr Landerbe in knatternde Motorradtaxis. Nach einigen Jahren fallen diese zumeist auseinander – ohne dass ihre Besitzer sich ein neues leisten könnten.

Flavia Kajongo jedoch dachte an ihre eigenen fünf Acres und ihre sechs Kinder. Sie bat Ally Matta, den Lehrer für Mathematik und organischen Landbau, sie gemeinsam mit anderen Eltern zu unterrichten. „Ich hatte ein klares Ziel vor Augen“, erzählt sie lachend beim Gang über ihre Farm, „meine eigene, reiche organische Farm, die meine Familie ernährt. Ich wollte Tiere haben und Gemüse und Früchte verkaufen.“ Weitere 93 Eltern starteten mit ihr Ende letzten Jahres. Die Golden Treasure School ist heute ein Lernort für Groß und Klein. Dank einer größeren Einzelspende konnten wir u. a. Saatgut, Werkzeuge, Schweine, Hasen und Hühner finanzieren. Inzwischen haben diese Eltern zwei ordentliche Ernten eingebracht. Flavia Kajongo verkaufte Ananas, Kürbisse und Bohnen, leistete sich fünf Hasen und ein Schwein und bezahlte das Schulgeld – nun für alle Kinder.

Ally Matta, der Lehrer für Mathematik und organischen Landbau, erklärt lachend, 94 weitere Schüler zu haben sei schon eine große Anstrengung. Aber letztlich profitierten doch alle davon: die Kinder, denn sie bekämen daheim genug zu essen; die Eltern, denn sie erwirtschafteten ein Einkommen; die Schule, denn so wären die Eltern in der Lage, Schulgeld zu zahlen, und die Lehrer, denn sie könnten so mit einem sicheren Gehalt rechnen – und das wäre bei einerInflation von 18 % nicht selbstverständlich. Außerdem profitiere die gesamte Gemeinde – denn kleinbäuerlicher, organischer Landbau sei ja praktisch angewandter Naturschutz.

Dieses Modell findet Nachahmung unter den übrigen fünf geförderten Schulen, die alle von Eltern-Lehrer-Initiativen getragen werden. Im kommenden Jahr würden sie gerne in ähnlicher Form die Eltern einbeziehen. Eine Schule will stärker auf eine Kooperation zwischen Eltern und Kindern setzen: Die Kinder bringen das Saatgut aus der Schule mit und die Eltern helfen beim Anpflanzen und Pflegen der Setzlinge.

Danach gefragt, was es werden wolle, antwortete ein Kind bei unserer Projektreise im September mit strahlendem Lächeln: „Bauer.“

Für Saatgut, Werkzeuge und Kleintiere werden pro Schule ca. 9.000 Euro/Jahr gebraucht. Bei ca. 90 beteiligten Eltern pro Schule sind dies 100 Euro im Jahr.

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Trägerorganisation des Projekts

Zukunftsstiftung Entwicklung in der GLS-Treuhand

Zukunftsstiftung Entwicklung in der GLS-Treuhand
Register-Nr.: 892 Bochum

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