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Informationen zum Projekt

Zwanzig Jungen und Mädchen zwischen 9 und 15 Jahren sitzen gedrängt im Kreis um eine volle Tasse Wasser, in der nach und nach immer mehr Münzen verschwinden. Wie viele Geldstücke passen noch in die Tasse, bis sie überläuft? Atemlose Stille...
Später wird die Gruppe geteilt: Die begabteren Kinder werden gemeinsam eine Collage zum Monatsthema „Wasser“ gestalten, und noch später wird die Collage im Bengali-Unterricht Gegenstand einer Bildbeschreibung sein – ganzheitlicher Unterricht für junge Menschen, die aus den Slums in Kalkuttas Stadtteil Chetla stammen (die Eltern sind häufig Analphabeten) und in normalen Schulen nicht zurechtkommen. Wenn überhaupt, dann haben die Jungen und Mädchen es nur bis zur vierten Klasse geschafft.
Der andere Teil der Gruppe tut sich selbst hier in dieser Schule nicht leicht. Auch diese Kinder sind schon in öffentlichen Schulen gewesen und zwischen 9 und 15 Jahre alt, aber sie können noch nicht oder kaum lesen und schreiben – sie plagen sich noch zu sehr mit dem bengalischen Alphabet. Dafür malen sie lieber Bilder und erzählen dann Geschichten um ihre Bilder herum. Bilder malen ist das Höchste. Die Kinder sind davon so begeistert, dass sie dabei ganz still werden. Dabei können viele von ihnen sonst kaum ruhig sitzen bleiben, kennen – noch – keine Disziplin, zeigen Verhaltensstörungen aufgrund ihrer schweren Lebensumstände.

Dies eine Kostprobe aus dem Schulalltag im „Open Learning Centre“ unserer Partnerorganisation Swarnirvar. Vor einem Jahr hatten wir von der Vision des Ehepaares Sinha berichtet, eine alternative Oberschule für arme Jugendliche in Kalkutta (und später auf dem Land) als Schule mit Modellcharakter für Westbengalen aufzubauen.

Seit Mitte 2004 wurde an den Voraussetzungen für die Verwirklichung des Projekts gearbeitet. Lehrpläne wurden neu durchdacht, geeignete Lehrkräfte mussten gefunden und geschult werden. Als schließlich auch geeignete Räumlichkeiten gefunden und eingerichtet und aus der Umgebung genügend Schulanmeldungen vorhanden waren, wurde die neue Schule am 18.April 2005 feierlich eingeweiht.

Sujit Sinha (ein in Princeton promovierter Chemiker, dem sein soziales Engagement wichtiger als die wissenschaftliche Karriere wurde), hatte 1989 Swanirvar gegründet und sich seither mit Modellkindergärten und –grundschulen für Kinder aus armen Familien auf dem Land, Schülerökoclubs und anderen Initiativen im pädagogischen Bereich einen Namen gemacht. Dabei stand er in ständigem Kontakt mit staatlichen Behörden. So verwundert es nicht, wenn Swanirvars ganzheitliche Lehrmethoden Aufmerksamkeit und Anerkennung fanden. Dies äußert sich beispielsweise darin, dass Fortbildungen von Swanirvar für staatliche Lehrer sehr gefragt sind.

Die neu eröffnete Schule möchte beispielhaft Jugendlichen aus den Slums von Kalkutta eine über die Grundschule hinausgehende Bildung ermöglichen, die auf die Bedürfnisse der Kinder eingeht, ihre Persönlichkeit fördert und praxisorientiert wesentliche Kompetenzen und fertigkeiten, Werte und natürlich Wissen vermittelt. Die Jugendlichen sollen in der Lage sein, einen staatlichen Schulabschluss zu machen und dann eine weitere Ausbildung oder eine Arbeit zu finden. Darüber hinaus wird auch ihr Bewusstsein für Umwelt und Soziales geschärft, damit sie sich später dafür engagieren und Verantwortung übernehmen.

Das Zentrum soll keine Konkurrenzveranstaltung zu öffentlichen Schulen sein, sondern ein Ort, an dem für diese Zielgruppe eine adäquate Lernumgebung, Inhalte und Methoden entwickelt und erprobt werden, um sie dann auf öffentliche Schulen zu übertragen.
Für das laufende Finanzjahr hat die Indienhilfe 20.000 Euro zur Verfügung gestellt (Gehälter der Lehrer, Lehr- und Lernmaterial, Grundausstattung der Schule, Miete). Spenden unter dem Stichwort „Swanirvar“.


 

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Trägerorganisation des Projekts

Indienhilfe e.V.

Indienhilfe e.V.
Register-Nr.: 652

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