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Informationen zum Projekt

Gutes Aufwachsen von Kindern in Großstadt-Slums – diesem Ziel hat sich Lake Gardens Women & Children Development Centre verschrieben. Die Organisation mit Sitz in Lake Gardens im Süden Kolkatas (Hauptstadt Westbengalens mit 4,5 Mio. Einwohnern), betreibt neben Aktivitäten für ältere Mädchen auch ein Krippen-Projekt für Kinder aus illegalen Siedlungen. (1)

Leben in sogenannten unauthorized settlements bedeutet immerwährende Bedrohung durch Abriss, unzureichende Infrastruktur/sanitäre Einrichtungen (wie Zugang zu sauberem Wasser, Toiletten, Abwasser- und Müllentsorgung), beengteste Wohnverhältnisse (ganze Familien auf 8-12 qm), hohe Arbeitslosigkeit bzw. geringes Einkommen, z.B. als Tagelöhner, Rikscha-Fahrer, Haushaltshilfe, Straßenverkäufer, Mangel- und Unterernährung von Geburt an und unterdurchschnittlicher Bildungsstand. Begleiterscheinungen sind z.B. Tuberkulose, Alkoholismus, Drogenabhängigkeit, sowie (auch sexualisierte) Gewalt gegen Frauen und Kinder.

Seit 2005 arbeitet die Indienhilfe mit Lake Gardens(2) zusammen und ermöglicht im Rahmen des Projekts "The Vulnerable Ones" den Betrieb von Krippen für Kinder arbeitender Mütter zur Verbesserung ihrer kritischen Lebenssituation. Aktuell sind es drei, mit etwa 65 Kindern im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren, alle aus den illegalen Ansiedlungen in Tollyganj entlang der Bahngleise und dem Khalpara Slum Settlement im Stadtteil Rajdanga. Die Krippenkinder erhalten täglich eine nahrhafte warme Mahlzeit und können in geschützter Umgebung spielen und lernen.(3) Kontinuierlich wird in Zusammenarbeit mit den städtischen Gesundheitszentren der Gesundheitszustand der Kinder beobachtet. Stark unterernährte Säuglinge und Kleinkinder werden unter ärztlicher Aufsicht aufgepäppelt. Bei regelmäßigen Treffen erfahren Mütter mehr über gesunde Ernährung, Kindererziehung, Familienplanung oder erhalten Unterstützung bei der Beantragung staatlicher Hilfsprogramme oder der Eröffnung eines eigenen Bankkontos. Die Stärkung der Mütter (empowerment) ist bei diesem ganzheitlichen Ansatz ein zentrales Ziel. Auch auf Bewusstseinsbildung für Kinder- und Menschenrechte wird Wert gelegt.

Schon vor Corona war die Situation in den Slums schwierig. Durch den Lockdown haben sich die Lebensbedingungen für Kinder und ihre Familien noch verschlimmert: wegen der Schulschließungen kein (kostenloses) Mittagessen für die Kinder, kein Zugang zu den Gesundheitszentren, Arbeitslosigkeit und wachsende Armut. Die beengten Wohnverhältnisse und die gemeinsamen Wasser- und Kochstellen mehrerer Familien begünstigten die Ausbreitung des Virus. Die Erzieherinnen besuchten die von ihnen betreuten Familien zuhause und hielten, wenn möglich, telefonisch Kontakt. Bei Hausbesuchen erfassten sie den aktuellen Gesundheitszustand der Kinder und verteilten kleine Hausaufgaben, die bis zum nächsten Besuch zu erledigen waren. Gleichzeitig wurden über Hygiene- und Schutzmaßnahmen aufgeklärt und Familienmitglieder mit Krankheitssymptomen zum Testen motiviert. Im Rahmen unserer Corona-Nothilfe-Maßnahmen erhielten die Familien der Krippenkinder Nahrungsmittel und Hygieneartikel.

Die Fälle häuslicher Gewalt, der Frauen und Kinder ausgesetzt sind, nahmen zu. Die Betroffenen trauen sich oft nicht zur Polizei, um Anzeige zu erstatten – aus Angst vor weiterer Gewalt, mangelnder Unterstützung durch ihr soziales Umfeld und Tatenlosigkeit von Polizei und Behörden.

Viele Mütter, die als Hausangestellte bei Mittelschichtsfamilien arbeiteten, konnten ihrer Arbeit nur noch unregelmäßig oder gar nicht mehr nachgehen. Viele Väter verloren ihre Arbeit, und wenn sie hin und wieder doch Geld verdienen, geben sie es oft nur für sich selbst aus. Zu allem Übel sind die Lebenshaltungskosten stark gestiegen.

Wie wertvoll die Arbeit der engagierten Teams in den Krippen ist, wird deutlich, wenn man die Entwicklung einzelner Kinder verfolgt: Wenn es gelingt, ein Vorschulkind durch tägliche geduldige Betreuung und Versorgung für den Schulbesuch „fit“ zu machen, wenn eine Mutter die regelmäßigen Gesprächsangebote nutzt, mehr Handlungskompetenz entwickelt, gegen väterliche Gewalt einschreitet, ist ein Grundstein gelegt für eine bessere Zukunft des Kindes, vielleicht der ganzen Familie. Ihre Spenden ermöglichen es!

Projektkosten 2022/23: 35.000 € (ca. 550 €/ Kind)
Stichwort: Kinderkrippen

(1) Die Metropolregion Kolkata umfasst Teile von fünf Distrikten mit ca. 14 Mio. Einwohnern (Zensus 2011), 
(2) LGW&CDC wurde von der Sozialarbeiterin Cecilia Sircar und ihrem 2004 verstorbenen bengalischen Ehemann gegründet und aufgebaut.
(3) Die Mütter der betreuten Kinder arbeiten meist als Haushaltshilfen in anderen Familien. Kinder, die nicht in einer Krippe versorgt werden, sind tagsüber oft auf sich allein gestellt oder bleiben unter der Aufsicht älterer Geschwister – die dann wiederum nicht zur Schule gehen oder lernen können. An den nahen Bahngleisen kommt es durch spielende Kinder zu gefährlichen Situationen.

Weitere Hilfsprojekte von Indienhilfe e.V.

Trägerorganisation des Projekts

Indienhilfe e.V.

Indienhilfe e.V.
Register-Nr.: 652

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