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Informationen zum Projekt

Genaue Infektionsraten für Kenia gibt es nicht.
Nach Schätzungen der UN sind 1,3 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa 48 Jahren. Die Integration der AIDS-Waisen in Dorfgemeinschaften ist eine lösbare Herausforderung. Es gibt keine Familie, in der nicht Familienmitglieder HIV infiziert oder an AIDS gestorben sind. Immer mehr Kinder werden so zu Aids-Waisen – gerade auf dem Land, wo es an Aufklärung mangelt und häufig junge Frauen aus Armut zur Gelegenheitsprostitution als letzter Möglichkeit greifen. Große Plakatwände warnen vor dem „Sugar-Daddy“: Neben dem Bild eines beleibten, offensichtlich wohlhabenden Mannes steht in den zwei Verkehrsprachen des Landes Englisch und Kishuaheli: „Wollen Sie, dass dieser Mann Ihre Tochter mitnimmt? – Nein? – Wieso nehmen Sie dann seine mit?“

Noch immer ist AIDS ein Tabu
Für die Kinder von Eltern, die an AIDS gestorben sind, beginnt ein Teufelskreis. Das einzige soziale Netz sind die Großfamilien. Finden sie keine Verwandten, die bereit sind, sie aufzunehmen, beginnt das Leben auf der Straße oder in einem Heim, wo es mitunter auch nicht viel besser als auf der Straße ist. Die Todesursache der Eltern wird zumeist verschwiegen. Malaria heißt es dann oder Tuberkulose – oder es wird gar nichts gesagt. Sind die Kinder selbst infiziert, werden sie zurückgewiesen. Medizinische Behandlung kann nicht bezahlt werden; schlechte Ernährung führt zu schnellerer Erkrankung. Ein Teufelskreis,dem die Kinder aus eigener Anstrengung kaum entfliehen können.

Leben in vertrauter Umgebung
Diesen Teufelskreis bricht Sebastian Maina von der Dorfentwicklungsorganisation YARD in seiner Arbeit mit Kleinbäuerinnen und Kleinbauern auf dem Land. Gezielt werden ältere Menschen, die Aids-Waisen bei sich aufnehmen, gefördert. Zumeist sind es Frauen, die sich für diesen Schritt entscheiden; vielfach sind es die Großmütter, die sich für ihre Enkel oder Urenkel einsetzen. Sie schließen sich zu Gruppen zusammen und werden im organischen Landbau geschult. Sie lernen, ihr Land durch Kompostierung, die Herstellung natürlicher Pestizide und Insektizide fruchtbarer zu machen, erhalten Saatgut und Kleinvieh, z.B. Hasen und Hühner, um ihre Ernährungs zu verbessern. Das Kleinvieh wird im Rahmen eines revolvierenden Fonds weitergegeben: Zwei bis drei Frauen einer Gruppe erhalten die Tiere, deren Nachkommen werden an die nächsten Gruppenmitglieder verteilt. Ferner lernen die Frauen die Weiterverarbeitung und Vermarktung ihrer Produkte, um Einkommen erwirtschaften zu können. Für größere Investitionen sparen die Frauen gemeinsam und erhalten zusätzlich Mikrokredite. Auch die Älteren unter den Kindern werden in diese Trainingsprogramme mit einbezogen und erwerben damit Wissen, mit dem sie in ihrem späteren Leben Einkommen erwirtschaften können. Besonders bedürftige Familien, die das Schulgeld für die Kinder nicht aufbringen, erhalten Schulgeldzahlungen.

Eine Lebensperspektive für Kinder
Durch diesen Ansatz erhalten die Kinder eine Lebensperspektive und können gleichzeitig in ihren sozialen Bezügen verbleiben. Sie leben in ihrem vertrauten Umfeld mit ihren Familien und ihrer Dorfgemeinschaft, die sich für sie verantwortlich zeigen. Weil die Kinder in ihren Dörfern bleiben, wird ihnen auch das Recht ihrer Eltern auf ihren Landbesitz übertragen. Würden sie ihre Dorf verlassen, verlören sie auch das Recht an ihrem Landanteil. Zusätzlich klärt Sebastian Maina mit seinen Mitarbeitern in Kampagnen über HIV/AIDS auf. Er räumt mit Vorurteilen auf und erläutert Ansteckungswege – denn nur durch Wissen und geänderstes Verhalten können zukünftige Neuinfektionen eingedämmt werden. Zurzeit betreut Sebastian Maina mit drei Mitarbeitern 10 Frauengruppen mit insgesamt 404 Waisenkindern.

Für Saatgut, Kleinvieh und Beratung sind im Jahr 24.000 Euro notwendig. Um einem Kind eine würdige Lebensperspektive zu bieten, sind dies 60 Euro pro Jahr und Kind.

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Trägerorganisation des Projekts

Zukunftsstiftung Entwicklung in der GLS-Treuhand

Zukunftsstiftung Entwicklung in der GLS-Treuhand
Register-Nr.: 892 Bochum

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