Hilf uns helfen

HelpDirect finanziert sich durch Spenden. Unterstütze direkt unser ehrenamtliches Engagement mit deiner Spende!

Informationen zum Projekt

Mobile Pflanzenklinik im Kathmandu-Tal: Bergbauern erlernen Pflanzenmedizin

Vier von fünf Nepalesen  leben von der Landwirtschaft, überwiegend sind es Subsistenzbäuerinnen und -bauern. Die besten Anbaubedingungen bietet das schmale, flache Teraigebiet an der Grenze zu Indien, während  im größeren Mittelland, dessen ursprünglich bewaldete Hügel eine Höhe von bis zu 3.000 m erreichen, der Anbau  ungleich schwieriger ist. Jahrelanger Monokulturanbau und die hohe Zuführung chemischer Dünge- und Pflanzenschutzmittel haben die terrassierten Böden ausgelaugt. Der Ertrag sank zunehmend. Deshalb bezogen die Bauern auch Terrassenränder in den Anbau ein. Sie rodeten Bäume und Sträucher, die mit ihrem Wurzelwerk die  Terrassen befestigen  und Wasser im Boden halten. Die Folge sind starke Erosionsschäden und zunehmende Austrocknung der Flächen. Die Artenvielfalt ab nahm ab, genauso wie das Wissen um Pflanzengesundheit und Bodenfruchtbarkeit. Die Bergbauern und -bäuerinnen erwirtschaften trotz harter Arbeit für sich und ihre Familien oft keine ausreichenden Ernten mehr. Die als Berater auftretenden Händler von Pestizid- und Saatgutfirmen mit ihren unzureichenden oder stark einseitig interessengelenkten Informationen konnten die Abwärtsspirale nicht aufhalten.

Hier setzt unser Projektpartner, die „Gesellschaft für Ressourcenerhalt und landwirtschaftliche Entwicklung“, Secard, ein. Ihr Leiter, Maheswar Ghimire, und das Team junger Landwirtschaftsberater bieten den Gemeinden ein umfassendes Schulungsprogramm – die „mobile Pflanzenklinik“.

Die mobile Pflanzenklinik
Dorfbewohner  kommen in öffentlichen Treffen zusammen. Hier steht die Pflanzengesundheit im Mittelpunkt und die Frage, wie diese am besten erhalten und der Gesamtertrag gesteigert werden kann. Denn Ernteverluste durch Krankheiten und Schädlinge, aber auch durch falsch angewandte Pflanzenschutzmittel (und damit einhergehende Gesundheitsschädigungen der Bauernfamilien) wollen sie vermeiden.

Bergbäuerinnen und -bauern bringen ihre eigenen, kranken Pflanzen mit und stellen sie der Runde vor. Die Secard-Berater schulen sie, ihre Pflanzen genau anzuschauen, Auffälliges zu beschreiben, Insekten zu erkennen, Schäden zu untersuchen. Lebhaft und angeregt tauschen die Anwesenden ihre Beobachtungen aus und geben Behandlungsempfehlungen weiter. Auch neu auftretende Krankheiten werden so früh erkannt und behandelt.

Ein weiteres Ergebnis ist, dass es immer wieder um die Arbeit mit dem Boden selbst, die Bodenbelebung und Bodenfruchtbarkeit, geht. Angepasst an die jeweiligen Verhältnisse vor Ort, schulen die Berater von Secard daher auch die Maßnahmen zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit: Kompostieren, Wiedereinführen von Mischkulturen und  Neuanpflanzung von Bäumen. Ziel ist, rein auf organischen Anbau umzustellen.

Mailee Magar: Mein Wissen für meine Kinder
Mailee Magar aus dem Dorf Kushunde ist eine der Bergbäuerinnen, die an der mobilen Pflanzenklinik teilnimmt. Seit Generationen bewirtschaftet ihre Familie ein kleines Stück Land. Mit Nachbarn gründete sie eine Selbsthilfegruppe und überzeugte die Mitarbeiter von Secard Nepal, mit ihrer Gruppe zusammenzuarbeiten.

Mittlerweile stellt sie ihren eigenen Kompost und natürliche Pflanzenjauchen her, mit denen sie die Fruchtbarkeit ihres Bodens  wieder stärken konnte. Auch die Zubereitung  verschiedener Pflanzenschutzmittel aus Heil- und Giftpflanzen der Umgebung hat sie gelernt und der Ertrag ihres Landes hat sich deutlich erhöht. Im Rahmen der mobilen Pflanzenklinik diskutiert sie selbstbewusst mit. Ihr neu erlerntes Wissen teilt sie mit ihren Nachbarn. Sie wolle es gemeinsam mit ihrem Mann auch an ihre drei Kinder weitergeben, berichtet sie stolz.

Derzeit werden 300 Haushalte von Secard begleitet, die in Selbsthilfegruppen organisiert sind. Durchschnittlich leben sechs Familienmitglieder in einem Haushalt. So profitieren 1.800 Menschen unmittelbar von der Arbeit, mittelbar zieht die Arbeit weitere Kreise. Zur Durchführung der mobilen Pflanzenkliniken und anderer  Schulungen sind für ein  Jahr 9.920 € notwendig. Pro Haushalt und Jahr sind dies ca. 33,- €.

Weitere Hilfsprojekte von Zukunftsstiftung Entwicklung in der GLS-Treuhand

Trägerorganisation des Projekts

Zukunftsstiftung Entwicklung in der GLS-Treuhand

Zukunftsstiftung Entwicklung in der GLS-Treuhand
Register-Nr.: 892 Bochum

HelpRank - Transparenzsystem

Der HelpRank repräsentiert den Grad an Transparenz dieser Organisation.

  • DZI-Spendensiegel+4
  • VENRO Verhaltenskodex+2
  • Wirtschaftsbericht+1
  • Satzung+1
  • Projekte+1
HelpRank Gesamt9 / 10
Was ist der HelpRank?

Spendenzertifikat

Spendenzertifikat

Als "Dankeschön" für deine Unterstützung erhältst du nach der Spende per E-Mail ein persönliches Spendenzertifikat. Eine kleine Erinnerung an deine gute Tat!

HelpDirect Auszeichnungen