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Informationen zum Projekt

Schmale, rot-staubige Pfade führen durch dichten Dschungel und locker bewaldete Graslandschaften zu den Projektdörfern im Jhargram-Distrikt. Jeden Moment kann ein Elefant aus dem Unterholz brechen, eine inzwischen alltägliche Bedrohung für die Dorfbevölkerung, die ihre Häuser und Äcker immer wieder gegen Elefanten verteidigen muss. Das Schwinden ihres Lebensraums drängt die Dickhäuter auf der Suche nach Nahrung in die Dörfer. Für manchen Bewohner endet solche Auseinandersetzung tödlich, und auch die Elefanten ziehen sich oft mit Verletzungen zurück. Einige Eltern wollen ihre Kinder deshalb nicht mehr auf den gefährlichen Schulweg schicken.(Fußnote 1)

Die illegale Rodung großer Waldgebiete spitzt nicht nur den Konflikt zwischen Mensch und Elefant zu, sondern beraubt die hier ansässigen Adivasi (Fußnote 2), im Jhargram-Distrikt gut ein Drittel der Gesamtbevölkerung, auch ihrer Lebensgrundlage, sei es das Sammeln von Pflanzen und Totholz oder das Züchten von Wildseidenraupen in den Wäldern. Studien zeigen, dass Adivasi den Wald äußerst nachhaltig nutzen und die Artenvielfalt erhalten. Dennoch schränken die staatlichen Forstbehörden das Zutrittsrecht der Adivasi zu den Wäldern zunehmend ein (Fußnote 3), während man illegale Rodungen stillschweigend duldet.

Die Diskriminierung der Adivasi ist vielfältig. Sie gehören zu den Ärmsten Indiens, oft unterernährt, mit niedriger Alphabetisierungsrate, was sich bei den Kindern fortsetzt – auch weil die Stammesgemeinschaften eigene Sprachen haben, der Unterricht an den staatlichen Schulen aber auf Bengali stattfindet. Den Eltern fehlt das Wissen, um ihre Kinder in der Schule unterstützen zu können. Kein Wunder, dass es ihnen schwer fällt, dem Unterricht zu folgen; oft brechen sie die Schule vorzeitig ab, um zu arbeiten. Um das zu verhindern, betreibt unser Partner KJKS im Jhargram-Distrikt Lernzentren für rund 700 Schulkinder in 22 Adivasi-Dörfern. Die Kinderrechtsarbeiter, die dort Nachhilfe erteilen, sprechen die lokale Stammessprache und erleichtern den Kindern so das Lernen. Sie arbeiten mit den staatlichen Schulen und ICDS-Zentren (Fußnote 4) zusammen, um den Betriebgemäß Regierungsvorgaben sicherzustellen, aber auch um die Anwesenheit der Lehrkräfte und die Ausgabe der kostenlosen Mittagsmahlzeit zu kontrollieren. Zur kindgerechten Gestaltung der Räume und Unterrichtsmaterialien erarbeiten sie mit Lehrern und Schülern farbenfrohe Schautafeln und interaktives Material, das Spaß am Lernen weckt. Bei Hausbesuchen klären sie die Eltern über die Bedeutung von Bildung auf und überlegen Schutzmaßnahmen, damit sie ihre Kinder trotz der Elefanten zur Schule schicken können. Ziel ist es, dass alle Kinder mindestens die 8. Klasse erfolgreich abschließen.

Durch die Anlage von Schulgärten als Vorbild für Küchengärten bei den Familien wird die Ernährungssituation verbessert. Das frische Gemüse macht das Schulessen abwechslungsreicher und gesünder. In den ärmsten Dörfern erhalten die Kinder zusätzlich morgens einen Energieriegel, damit sie nicht hungrig in der Schule sitzen und sich im Unterricht besser konzentrieren können. Diese Maßnahme würden wir gerne auf ein nahrhafteres Angebot ausweiten, doch fehlt das Geld. Die Kinderrechtsarbeiter setzen sich im Sinne einer ganzheitlichen kindzentrierten Dorfentwicklung für die Kinderrechte ein, wie Gleichberechtigung von Mädchen und Ächtung von Kinderehen, und ergreifen Maßnahmen zur Armutsbekämpfung (Gründung von Selbsthilfegruppen und Gewerkschaften, Aufklärung über staatliche Förderprogramme etc.). Wieviel Überzeugungsarbeit nötig ist, um das Vertrauen in die staatlichen Einrichtungen zu stärken, zeigt das Beispiel der Familie Singh: Erst nach vielen Gesprächen waren sie bereit, ihre schwer herzkranke achtjährige Tochter Maju im weit entfernten Kalkutta operieren zu lassen und so ihr Leben zu retten.

Seit kurzem arbeitet das KJKS-Team zusätzlich in einem Fischerdorf im Ost-Midnapur-Distrikt. Die industrielle Überfischung der Meere führt zur Verarmung der hier ansässigen traditionellen Fischer. Auswirkungen des Klimawandels wie häufigere Zyklone machen ihnen zu schaffen. Sie selbst errichteten eine Hütte, die jetzt als Nachhilfezentrum dient, und sind voller Hoffnung auf ein besseres Leben zumindest für ihre Kinder. Auch in den angrenzenden Dörfern wäre großer Bedarf für weitere Zentren. Doch für eine Ausweitung des Projekts brauchen wir zusätzliche Spenden.

 

Foto: „Child Group“ beim Bäumepflanzen während der Van Mahotsav Week (Fußnote 5) (©: IH)

Benötigte Summe: 43.000 Euro
Stichwort: Adivasi u. Fischerfamilien

Fußnote 1: Conservation India, 7.10.18 Addressing the Elephant in South Bengal, by Ananda Banerjee
Fußnote 2: indigene Stammesgemeinschaften
Fußnote 3: India Today, 7.8.19
Fußnote 4: Integrated Child Development Services
Fußnote 5: Beim indischen “Fest der Bäume” im Juli werden einheimische Bäume gepflanzt, um die Artenvielfalt zu erhalten und den Gedanken des Waldschutzes in Indien zu verbreiten. Die Setzlinge werden von der Regierung an Schulen und NGOs verteilt, die diese in öffentlichen Aktionen einpflanzen.
 

Weitere Hilfsprojekte von Indienhilfe e.V.

Trägerorganisation des Projekts

Indienhilfe e.V.

Indienhilfe e.V.
Register-Nr.: 652

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