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Informationen zum Projekt

Kenia: Von der Schulung von Kleinbäuerinnen zum College für Organischen Landbau

„May I have a walk and a talk about your work with you?“  - So begann 1992 die Zukunft für inzwischen 11.000 kleinbäuerliche Familien.Heute steht ein nächster Entwicklungsschritt an.

Joseph Ngugi Mutura, Agronom, hatte einige Jahre für die kenianische Regierung und Nichtregierungsorganisationen gearbeitet.  Im trockenen  Norden Kenias sammelte er Erfahrung in Wasserprojekten  für halbnomadisch lebende Viehhirten, in Zentralkenia arbeitete er als Imker und Landwirtschaftsberater. Einige Jahre in diesem, dann in jenem Projekt . So , wie es eben in der klassischen Entwicklungszusammenarbeit ist. Doch Herr Mutura hatte einen Traum:  Kenia – ja, ein ganzer Kontinent, Afrika, ohne Hunger. Kenia verfügt über Ressourcen, um die eigene Bevölkerung zu versorgen. Und die Landwirtschaft ist die Haupteinnahmequelle des Landes. Doch in diesen Bereich fließen nur 8% des nationalen Budgets und Kenia ist ein Nahrungsmittelhilfe-Empfängerland. Über 50% der Bevölkerung sind Kleinbauern und –bäuerinnen, über 80% der Kenianerinnen hängen direkt oder mittelbar von der Landwirtschaft ab. Doch es mangelt an den richtigen Ansätzen, an Wissenstransfer, an der an die jeweiligen Gegebenheiten angepasste Technik und Technologie.

1992 bat Herr Mutura Herrn Burkart, den damaligen Leiter des GLS Entwicklungshilfefonds  um einen Spaziergang, um ihm seine Vision vom hungerfreien Afrika zu schildern. Es begann das Projekt  Wassertanks, Milchziegen, Gemüsegärten.  In Gruppen von 30-40 Personen, überwiegend Frauen, werden Kleinbäuerinnen vier Jahre lang im organischen Landbau geschult. Die Menschen lernen Kompostierung und Kompostdüngung, Herstel­lung und Anwendung natürlicher Insektizide und Pestizide, Diversifizierung des Anbaus, Wassermanagement, Saatgutlagerung und Erhaltung lokalen und regionalen Saatguts, Kleintier- und Rinderhaltung. Jede Gruppe erhält nur einen Zuschuss zu den Gesamtkosten ihres Vorhabens. Die Mitglieder der Gruppe entscheiden, wer als erster eine Förderung erhält. Die Tiere werden in revolvierender Weise weitergegeben. D.h., zum Beispiel, dass in einer Gruppe von 30 Frauen drei Frauen jeweils eine Ziege erhalten, die dann die Zicklein an die nächsten Frauen weitergegeben, bis alle Mitglieder einer Gruppe Tiere haben.

Da Kenia weit überwiegend trocken ist, lernen die Kleinbäuerinnen den Bau von Wassertanks, kleinen Staubecken und Staudämmen, die sie selbst unterhalten und verwalten. Höchstens drei Tanks werden pro Gruppe finanziert. Die Materialkosten für weitere Tanks werden aus den Ersparnissen der Gruppe finanziert. Gebaut werden sie dann von den Gruppenmitgliedern in Eigenleistung. Regenerative Energien werden über Windkraftanlagen z.B. bei der Wassergewinnung und über Biogasanlagen (Exkremente einer Kuh reichen für die Produktion von Gas für drei Haushalte aus) sowie Feuerholz sparende Herde nach dem gleichen Verfahren gefördert. Auch dieser Effekt führt dazu, dass sich die Kleinbäuerinnen im hohen Maß mit dem Projekt identifizieren. Gruppen, die ihre kleinen Landwirtschaften erfolgreich organisch umgestellt haben, werden geschult, um ihre eigenen Erzeugnisse weiter zu verarbeiten. Dazu zählen u.a. das Trocknen von Früchten, Saftherstellung, Ölpressung etc. Ebenfalls erlernen sie, wie sie ihre eigenen Erzeugnisse vermarkten können. 

Es ist ein Ansatz, der mit niedrigen Eingangskosten arbeitet und auf die optimale Nutzung der kleinen Parzellen der Bauern und Bäuerinnen bei Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit abzielt. Die Ausgangsfrage ist stets: Über welche Ressourcen verfügt ihr, was könnt  ihr nutzen?  Heute sind diese 11.000 kleinbäuerlichen Familien ernährungssicher und ihre Einkommen ermöglichen ihnen, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Indirekt, durch Zulieferung, Handel und Ausbildung wie zum Beispiel zum Techniker für Wassertanks, profitierten 36.000 Familien. Pro Familie sind es fünf bis sieben Personen, die so ein auskömmliches Leben erreichten. (Einen Überblick darüber, was die einzelnen Projektbestandteile beim Projekt „Wassertanks, Milchziegen, Gemüsegärten“ kosten, entnehmen Sie bitte dem Schaubild.)

Heute, 2012, will Herr Mutura einen weiteren Schritt auf dem Weg zum hungerfreien Afrika gehen. Sein Konzept: Der Aufbau eines Colleges für ökologischen Landbau – ausgerichtet auf das Lehren ökologischen Landbaus  mit geringen Eingangskosten für die kleinbäuerliche Landwirtschaft und den Aufbau lokaler Versorgung. Dieser  Ansatz beruht auf den in nun zwanzig Jahren angesammelten Wissen und Methoden. 

Ein Wissen, das im Einklang mit dem 2008 veröffentlichten Weltagrarbericht steht. Über 400 internationale Wissenschaftler beschreiben dort, dass der Schlüssel zur Welternährung bei Erhaltung von Artenvielfalt in den Händen von Kleinbäuer/innen liegt. In Kenia wäre das College für ökologischen  Landbau das erste seiner Art. Eine Keimzelle der Zukunft.

Das Grundstück  für das College stellte die Gemeinde in Thika.. Für den Aufbau des Colleges sind insgesamt ca. 304.000 € notwendig.

Herr Mutura hat in den vergangenen 25 Jahren seines Lebens Großartiges für die kenianischen KleinbäuerInnen geleistet. Mit diesem College als Keimzelle für die Ausbildung von Berater/innen für kleinbäuerlichen, organischen Anbau in Ostafrika will er einen weiteren Impuls für die nachhaltige Entwicklung organischer Landwirtschaft zum Wohle der Menschen und der Natur setzen. In Kursen von zwei Jahren werden die Studierenden im organischen Landbau unter der Maßgabe niedriger Eingangskosten, angepasster Technologien, kleiner, auf Ernährungssicherheit und Dürreresistenz ausgelegter Landwirtschaft mit dem Erhalt großer Biodiversität geschult.
Dabei möchten wir ihn gerne unterstützen.

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Trägerorganisation des Projekts

Zukunftsstiftung Entwicklung in der GLS-Treuhand

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Register-Nr.: 892 Bochum

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