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Informationen zum Projekt

Rumuruti liegt im Nordosten der kenianischen Hauptstadt Nairobi im Laikipia Distrikt im großen Grabenbruch. Hier haben sich 322 Kleinbauernhaushalte zu 14 Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen, um durch organischen Landbau, Wassermanagement und Einsatz regenerativer Energien Ernährungssicherheit zu erreichen. Insgesamt organisieren sich in diesem vierjährigen Ausbildungszyklus 2.023 kleinbäuerliche Haushalte in sechs Regionen Kenias. 

Seit ihrer Gründung 2009 haben sich die 20 Frauen der Songa Mbele Selbsthilfegruppe mit der Unterstützung durch die Kleinbäuerinnenorganisation SACDEP viel erarbeitet. Sie lernten, wie Wassertanks gebaut werden, um während der Regenzeiten Wasser von den Dächern zu sammeln. Ein Wasser­tank fasst etwa 12.500 Liter, so dass das Wasser für eine Familie bis zur nächsten Regenzeit reicht. Gemeinsam bauten die Frauen einen Ziegenstall für einen Bock und eine Milchziege, um die Milchproduktion ihrer eigenen, lokalen Ziegen durch Zucht zu verbessern. Nach und nach wurden die Zicklein an alle Mitglieder der Gruppe verteilt. Sie bauten auch eine Kaninchenzucht auf. Durch Kompostieren und organischen, diversifizierten Landbau erzielten sie einen höheren Ernteertrag auf ihren kleinen Feldern.

Von der Milch zum Joghurt: Doch dabei wollten es die Frauen nicht belassen. Sie wollten Einkommen erzielen. Der einzige Weg, um dies nachhaltig zu tun, besteht darin, die eigenen Erzeugnisse zu verarbeiten und zu vermarkten. Die Frauen entschieden sich nach Beratung durch die Kleinbäuerinnenorganisation für die Weiter­verarbeitung ihrer Ziegenmilch. Dem lag eine einfache Rech­nung zugrunde: Ein Liter Milch bringt derzeit 20 Ksh, die gleiche Menge Joghurt erzielt einen Preis von 125 Ksh. Die Frauengruppe erlernte die Joghurtherstellung und erhielt eine Anfangsausstattung: Joghurtkultur, Verpackungsmaterial, Kühlschrank und für den Transport eine Kühlbox.

Verpackung, Vermarktung und Verkauf: Der Joghurt wird in verschiedenen Geschmacksrichtungen zubereitet und in kleinen Tüten von 200 ml verpackt, um so für Menschen mit geringem Einkommen bezahlbar zu sein. Jedes 200 ml-Tütchen wird für 25 Ksh verkauft. Die Gruppe hat einen winzigen Laden eingerichtet, wo sie den Joghurt herstellt und verkauft. Immer, wenn irgendeine öffentliche Veranstaltung oder ein größeres Fest stattfindet, produziert sie zusätzlichen Joghurt.

Einkommen: Durchschnittlich verkauft die Gruppe 100 Tüten bzw. 20 Liter Joghurt am Tag. In einer Woche sind es bei sechs Arbeitstagen 120 Liter, also 480 Liter Joghurt innerhalb eines Monats. Damit erzielen sie 60.000 Ksh pro Monat. Davon gehen 5.000 Ksh für die Miete ihres Lädchens ab. Etwa 12.000 Ksh müssen sie in Material ausgeben. Aus ihren Joghurtverkäufen erzielen sie also einen Erlös von 43.000 Ksh pro Monat. Diesen Betrag geben sie jedoch nicht individuell aus. Die Frauengruppe entschied, die Erlöse in weitere Wassertanks, Ziegen und Ziegenställe zu investieren und ihr eigenes Mikrokreditvolumen aufzustocken. Jeweils 5 % ihrer Erlöse legen sie zudem für eventuell auftretende Notfälle oder neue Investitionen zurück.

Nachhaltigkeit und Zukunftsperspektiven: Die Joghurtherstellung half der Gruppe auf zwei Arten: Sie können ihre Rohmilch vermarkten und durch das Einkommen Grundlagen für die Weiterverarbeitung anderer Produkte legen. Bislang werden alle Arbeiten von den Frauen selbst getragen. Erst wenn sie genug Rücklagen gebildet haben, wollen sie Menschen anstellen. Das war keine einfache Entscheidung. Da die Joghurtherstellung und vor allem die Vermarktung viel Zeit benötigen, kamen die Frauen gerade während der Pflanz- und Erntezeiten unter großen Druck. Zu Beginn fiel es ihnen außerdem schwer, Menschen anzusprechen und ihren Joghurt zu verkaufen. Um diese Probleme zu überwinden, teilten sie die Arbeit unter sich auf: zwei Frauen stellen Joghurt her, zwei verpacken und vier verkaufen. Diese Aufgaben rotieren im Wochenrhythmus unter den Frauen.

Zukunftspläne: Die Frauengruppe schmiedet eifrig Zukunftspläne. Sie wollen ihr Lädchen vergrößern und in eine Milchbar, vielleicht sogar in ein Restaurant verwandeln. Ihr wichtigstes Ziel ist, von staatlicher Stelle eine Zertifizierung zu erhalten, damit sie ihre Marke “Songa Mbele” als Qualitätsprodukt auch an Supermärkte in Nairobi verkaufen können. Die Gruppe Songa Mbele ist einen guten Weg gegangen. Auch andere Gruppen würden gerne diesen Schritt tun. Ihre Geschäftsideen richten sich nach den eigenen Erzeugnissen und reichen von der Herstellung von Marmelade, Ketchup oder Fruchtsäften bis zur Einrichtung kleiner Bäckereien und Metzgereien. Für das Training der Frauen, Werkstatt- und Ladeneinrichtung sind pro Gruppe ca. 771 Euro notwendig. Dies macht pro beteiligter Frau einen einmaligen Betrag von ca. 39 Euro.

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Trägerorganisation des Projekts

Zukunftsstiftung Entwicklung in der GLS-Treuhand

Zukunftsstiftung Entwicklung in der GLS-Treuhand
Register-Nr.: 892 Bochum

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