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Informationen zum Projekt

Bolivien: In dem ärmsten Land Südamerikas ist Kinderhandel nach wie vor ein großes Problem. 239 Mädchen und Jungen wurden 2012 laut offiziellen Angaben in La Paz als vermisst gemeldet. Kriminelle Organisationen stecken hinter diesem Menschenhandel. Ein Großteil der entführten Kinder landet in Brasilien. Unser Partner vor Ort, die Fundación La Paz, arbeitet seit 1996 mit Straßenkindern in La Paz und hilft den Kindern die Gefahren rechtzeitig zu erkennen.

Schutz in billigen Unterkünften

Durch die Modernisierung von La Paz, verschwanden alte, unbewohnte Häuser, Bauruinen und Schlafplätze unter Brücken, die den Kindern Unterschlupf bieten konnten. Viele Straßenkinder suchen  billige Unterkünfte, um den Gefahren der Straße nachts zu entkommen. Sie arbeiten tagsüber als Lastenträger, Autowäscher oder Parkplatzwächter. Nicht wenige sichern ihr Überleben durch Diebstähle oder sexuelle Dienstleistungen.

Der Alltag der Kinder ist geprägt von Drogenhändlern, auf der Suche nach neuen Dealern und Kunden, enthemmter Gewalt und sexuellem Missbrauch durch Erwachsene oder ältere Jugendliche. Aber auch von Jugendgangs, die mittlerweile ganze Viertel terrorisieren. Ganz oben stehen jene kriminelle Organisationen, die sich mit Menschenhandel und Kinderhandel beschäftigen.

Die verschwundenen Kinder

Kinder werden nicht einfach von der Straße entführt. Das „Verschwinden“ der Kinder wird sorgfältig geplant. Durch kleine Geschenke wird das Vertrauen der Kinder erschlichen. Dann kommt die Einladung, einen Ausflug zu machen, in einem schicken Auto mitzufahren. Und eines Tages sind die Kinder weg.

Niemand zeigt das Verschwinden der Kinder an. Weil im Land immer größere Geldmengen zirkulieren, die durch die Kokain-Produktion und den Drogenhandel erwirtschaftet werden, wächst auch die Nachfrage nach Kindern als Sexualobjekte. Einhalt gebietet den Tätern dabei so wie gut wie niemand.

Ein Großteil der verschwundenen Kinder wird von ihren Peinigern über kurz oder lang ins Ausland geschafft. Die Routen führen über Brasilien, Argentinien, Paraguay, Peru und Chile. Aber dokumentiert sind auch Fälle, in denen sich die Spur in Europa, den Golfstaaten oder gar China verliert.

Gefahren rechtzeitig erkennen

Im Rahmen eines gemeinsam mit Kindernothilfe entwickelten Projektes, das auch vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt wird, trainieren Psychologen und Sozialarbeiter Kinder aus Risikogruppen systematisch darin, wie sie die Gefahr, Opfer von Verschleppungen zu werden, rechtzeitig erkennen können. Geübt wird aber auch, den Peinigern wieder zu entkommen, sobald sich dafür auch nur die kleinste Chance bietet.

In drei therapeutischen Zentren arbeiten die Fundación La Paz-Teams mit Kindern, die bereits Opfer von sexueller Gewalt in allen ihren Ausformungen geworden sind. Hier geht es vor allem darum, hochtraumatisierte, verletzte Kinder zu stabilisieren, ihnen sichere Räume und einen Weg zurück zum eigenen Selbstwertgefühl anzubieten. In den Therapien wird ganz viel getanzt, mit der Methode des Psycho-Dramas gearbeitet und versucht familiäre Unterstützungssysteme zu identifizieren und einzubeziehen.

Und dann gibt es noch RIBUTRA – el rincón del buen trato, den Ort des Guten-Miteinander-Umgehens. RIBUTRA ist das erfolgreiche, seit Jahren erprobte Gewalt-Präventionsprojekt der Fundación La Paz mit Kindern und Jugendlichen, das mittlerweile Tausende von Mädchen und Jungen aus der bolivianischen Hauptstadt kennen.

Das Gesetz gegen Kinderhandel

Zu den ganz wichtigen Erfolgen der Fundación La Paz gehört, gemeinsam mit den anderen Netzwerkpartnern erreicht zu haben, dass es in Bolivien ein nationales Gesetz gegen Menschenhandel gibt. Anfang dieses Jahres wurden die Ausführungsbestimmungen zu dieser Ley 263 (Gesetz 263) verabschiedet. Es wurde durchgesetzt, dass sich das Parlament der Anden-Staaten mit Sitz in Bogotá, Kolumbien, erstmals mit der Problematik der verschwundenen Kinder beschäftigt.

Im Rahmen des Fundación La Paz-Kindernothilfe-BMZ-Projektes wird es zusammen mit den bolivianischen Schulbehörden eine Überarbeitung aller Lehrpläne geben, mit dem Ziel, Menschenhandel, aber auch das Problem der sexuellen Gewalt gegen Kinder ausführlich im Unterricht zu bearbeiten.

Weitere Hilfsprojekte von Kindernothilfe e.V.

Trägerorganisation des Projekts

Kindernothilfe e.V.

Kindernothilfe e.V.
Register-Nr.: 1336

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