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Informationen zum Projekt

Der 17. Dezember 2021 ist ein besonderer Tag für Chondmonu Tudu aus dem Dorf Sindhui: sie erhält ihr erstes Ferkel als eine von 109 Frauen, die Projektpartner Kajla Jana Kalyan Samity für das neue Schweinehaltungs-Programm ausgewählt hat. Es wird aus Corona-Spenden der Indienhilfe finanziert und soll den beteiligten Familien zu mehr Nahrungsmittelsicherheit verhelfen. In den nächsten Monaten wird sich Chondmonu intensiv um das Tier kümmern und dann aus dem ersten Wurf von 8-12 Ferkeln eines an KJKS zurückgeben, damit eine weitere Familie davon profitieren kann. Die anderen wird Chondmonus Familie aufziehen und anschließend je nach Gewicht für 6.000 bis 15.000 Rupien (75 bis 188 Euro) auf dem lokalen Markt verkaufen. Neu ist die Schweinezucht für die Adivasi(1) nicht, denn seit jeher halten sie kleine schwarze Schweine, die sich in den umgebenden Wäldern und von Speiseresten und Abfällen ernähren. Mit Schweinehaltung in zunächst vier Dörfern als Einkommen schaffender Maßnahme hat KJKS diese Tradition aufgegriffen. Besonders lobend erwähnen die beteiligten Familien die neue Versicherung für jedes Ferkel, die im Todesfall eine Ersatzzahlung leistet. Damit sie jedoch gesund bleiben, werden die Ferkel in enger Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen entwurmt, geimpft und tiermedizinisch versorgt. Zusätzliches Wissen eignen sich die beteiligten Familien bei regelmäßigen Fortbildungen an.

Voraussetzung für die Teilnahme der Familien am Ferkel-Programm ist, dass ihre Kinder die KJKS-Nachhilfezentren regelmäßig besuchen und der Erlös aus dem Schweineverkauf auch für den Kauf von Schulmaterialien verwendet wird. Während der fast zweijährigen Corona-bedingten Schulschließung in Westbengalen sorgte die Nachhilfe dafür, dass 760 Kinder in den 19 Projektdörfern trotz Lockdown weiterhin Lesen, Schreiben und Rechnen lernen konnten. Durch regelmäßige Hausbesuche, bei denen Arbeitsblätter und Hausaufgaben verteilt wurden, hielten die Nachhilfelehrer den Kontakt zu Kindern und Familien und unterstützten sie in dieser schwierigen Zeit. Online-Unterricht war auf Grund des fehlenden Internet-Zugangs nicht möglich, Präsenzunterricht in den Nachhilfezentren in Kleingruppen erst, als die Indienhilfe Corona-Mittel für die zusätzliche Einstellung von Studentinnen als Hilfslehrkräfte überweisen konnte. Seit Öffnung der Schulen im Februar 2022 werden die Schüler*innen intensiv betreut und Kinder, die während des Lockdowns in Kinderarbeit abgerutscht sind, zur Rückkehr in den Schulalltag ermutigt. Außerdem verstärkt KJKS seine Aktivitäten bei der vorschulischen Bildung in Zusammenarbeit mit den staatlichen ICDS-Zentren .

Der Ernährungszustand der Kinder in den Dörfern ist besorgniserregend und hat sich durch die Pandemie weiter zugespitzt. Die lange Schließung aller staatlichen Einrichtungen bedeutete den Ausfall des Mittagessens in Schulen und ICDS-Zentren. Die Familien, die häufig alle Einnahmequellen verloren hatten, konnten dies nicht einfach ersetzen. Um langfristig die Ernährungssituation zu verbessern, leiten die KJKS-Mitarbeiter*innen die Mütter beim Anbau von Gemüse und Obst für den Eigenverzehr nach ökologischen Prinzipien an, in Küchengärten gleich neben ihren Lehmhäusern. Außerdem organisiert KJKS Gesundheitscamps, bei denen Kinderärzte den Entwicklungs- und Ernährungszustand aller etwa 2.300 Kinder in den 19 Projektdörfern kontrollieren, auch jener Kinder, die bisher nicht in die Nachhilfezentren kommen.

Mit dem Aufbau von Bürger*innen-Plattformen („Units for Us“) hat KJKS zunächst in drei Dörfern Anlaufstellen geschaffen, in denen die Adivasi gemeinsam Entwicklungsmaßnahmen für ihr Dorf planen und umsetzen können. Dort erhalten die Dorfbewohner auch Informationen zu staatlichen Armutsbekämpfungsprogrammen und deren Beantragung. Stärker als bisher arbeitet KJKS seit etwa einem Jahr mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusammen, die sich für die Dorfentwicklung engagieren. Neben gemeinsamen Aktionen werden Workshops zu relevanten Themen angeboten, wie Kinderrechte (Recht auf Bildung, Verbot von Kinderarbeit und Kinderehen), persönliche Hygiene (z.B. Thema Menstruation), Demokratiebildung, Armutsbekämpfung. Neu ist auch die Beratung von Jugendlichen nach dem Schulabschluss bei Berufswahl und Berufseinstieg. Ziel ist es, die jungen Menschen in ein Leben ohne Armut zu begleiten.

Projektkosten 2022/23: ca. 61.000 (ca.80 €/ Kind)
Stichwort: Adivasi

(1) Indigene Stammesgemeinschaften, in diesem Projekt meist Lodhas und Sabar, die während der britischen Herrschaft als „kriminelle Stämme“ klassifiziert waren und bis heute besonders stark unter Ausgrenzung und Armut leiden
(2) Integrated Child Development Services: staatliche Zentren für Schwangere, Mütter und Kleinkinder (bis 6 Jahre) mit Schwerpunkt Gesundheit, Ernährung und Vorschule

Weitere Hilfsprojekte von Indienhilfe e.V.

Trägerorganisation des Projekts

Indienhilfe e.V.

Indienhilfe e.V.
Register-Nr.: 652

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