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In Kartaba, einem kleinen Dorf mit etwa 1200 Einwohnern, das etwa 50 km entfernt von der Hauptstadt Beirut und in den Bergen auf 1250 m Höhe liegt, haben die Don Bosco Schwestern mittlerweile 160 Kinder und Jugendliche, die aus Syrien geflohen sind, in die Schule aufgenommen.


Die Don Bosco Schwestern betreiben eine kleine private Dorfschule, in der normalerweise etwa 100 Kinder zur Schule gehen, angefangen vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse Volksschule. Die Kinder der Flüchtlinge können in die staatliche Schule allerdings erst ab Klasse 7 aufgenommen werden.


Im Libanon gibt es keine Flüchtlingslager oder Übergangsheime, wie in anderen benachbarten Staaten, die Flüchtlinge des Bürgerkriegs und des Terrors durch die IS-Miliz aufnehmen.
Der Libanon selbst zählt nur etwa 8 Millionen Einwohner und mittlerweile leben fast zwei Millionen Flüchtlinge in diesem Land. Die Menschen suchen Unterkunft gerade auch in Bergdörfern, die meistens nur in den Sommermonaten von reichen Libanesen als Sommersitz bewohnt werden, denn in den Wintermonaten ist es in diesen Höhen eisig kalt.


Schwester Georgette, die Schulleiterin sagte: „Die Schulbehörde war zuerst gar nicht einverstanden, als wir die syrischen Flüchtlingskinder in die Schule aufnehmen wollten. Ich habe dann zu denen gesagt, ob sie wollten, dass diese Kinder den ganzen Tag durch die Straßen streunten und auf dumme Gedanken kämen, oder ob es nicht doch besser ist, dass sie bei uns etwas lernten und in die Gemeinschaft mit den anderen Kindern hineinwachsen könnten.“
Weiter erzählt sie: „Nachdem es in dieser Region kaum Arbeit gibt, sind die Menschen sehr arm. Nur ganz wenige Eltern können das Schulgeld bezahlen und der Staat, der die Schule unterstützt, hat schon seit drei Jahren keine Lehrergehälter mehr bezahlt. Wir wissen kaum mehr, wie wir über die Runden kommen sollen. Pro Monat fehlen uns etwa neun Tausend Euro. Das summiert sich dann.“


In den frühen 1920-Jahren war Kartaba berühmt für seine Seidenproduktion und einige Fabriken siedelten sich an. Doch das war einmal. Einige Großfamilien sind geblieben und nun bevölkern die syrischen Flüchtlinge das Dorf.
Seit 2012 nehmen sich die Don Bosco Schwestern den Flüchtlingsfamilien und deren Kindern an. Doch wissen sie kaum mehr, wie sie die Schule weiter betreiben können, weil auch der kleine Staat Libanon durch die vielen Flüchtlinge finanziell total überfordert ist. Eine Erweiterung der Schule um zwei Klassenräume ist geplant, weil die Klassenräume nicht mehr alle SchülerInnen aufnehmen können und teilweise schon in den Gängen unterrichtet wird. Im Frühjahr 2016 soll nun mit dem Erweiterungsbau begonnen werden - sofern die nötigen 70 Tsd. Euro dafür von den Schwestern aufgebracht werden können.

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