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Informationen zum Projekt

Am 8. Juni 2018 war es wieder soweit: die Schüler und Schülerinnen der Christian Morgenstern Grund- und Mittelschule Herrsching liefen zu Gunsten des Trinkwasser-Projekts in Chatra. Am Ende des Spendenlaufs stürzten sich die durstigen Kinder dankbar auf Wasser, das bei uns wie selbstverständlich in bester Qualität aus der Leitung fließt. Für die Kinder im Ghoshpur Adivasi Para in Chatra hingegen bedeutet das Wasser ein ständiges Gesundheitsrisiko. Nur 15 der 81 Brunnen liefern sauberes Trinkwasser, und so konsumieren etwa 540 der 700 dort lebenden Menschen mit Arsenik, Eisen und Fäkalbakterien verunreinigtes Trinkwasser, mit entsprechenden Folgen für die Gesundheit.

Gemeinsam mit der Gemeinde Herrsching und der adelphi research gGmbH hat die Indienhilfe 2016 das Trinkwasser-Projekt in Chatra begonnen, um für besonders arme Adivasi-Familien in Chatras Ortsteil Ghoshpur eine nachhaltige Versorgung mit sauberem Trinkwasser zu schaffen. Nach den Vorarbeiten des adelphi-Teams unter Leitung von Ronjon Chakrabarti in den vergangenen Jahren, wie Studien zur Situation vor Ort mit Erarbeitung eines Projektkonzepts, die Gründung eines Wasser-Komitees zur Einbeziehung der Dorfbewohner und eine Machbarkeitsstudie für drei verschiedene technische Lösungen, erwies sich der Bau einer Mehrstufigen Filtrationsanlage (MSF), bei der ganzjährig vorhandenes Oberflächenwasser (Teich, Fluss) als Rohwasser-Quelle genutzt und mit naturnahen Prozessen aufbereitet wird, als nachhaltigste Lösung, vor allem unter ökologischen und partizipatorischen Gesichtspunkten. Die Wartung ist kostengünstig und lokal durchführbar.

Im Rahmen der Regionalkonferenz „Kommunale Partnerschaften mit Asien“ im Juni 2017 hatte die Indienhilfe, vertreten durch Projektkoordinatorin Marion Schmid, die Möglichkeit, den Bürgermeister von Herrschings Partnergemeinde Chatra, Herrn Thakurdas Mallick, zusammen mit S.V. Raman (freier Mitarbeiter der Indienhilfe in Kolkata, 35 Jahre lang Programmdirektor des dortigen Goethe-Instituts; er fungierte als Übersetzer und ist auch ein wichtiger Träger der Partnerschaft mit Chatra) nach Deutschland einzuladen. Bei der Konferenz in Bonn waren rund 90 Vertreter aus Kommunalverwaltung und Zivilgesellschaft anwesend, die der Einladung der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global folgten. Neben vielen Städtepartnern aus Deutschland nahmen dreißig Partner aus sieben asiatischen Ländern, darunter Indien, teil. Auch Herrschings Bürgermeister Christian Schiller und Franziska Kalz, bei der Gemeinde für Umwelt und Agenda 21 zuständig, waren einen Tag lang zur Konferenz gefahren. Der Fokus des Treffens lag auf der Frage, wie Partnerschaften unter den globalen Herausforderungen lebendig und nachhaltig gestaltet werden können. Ein Empfang im Rathaus der Stadt Bonn und eine Rheinfahrt boten neben zahlreichen Workshops und Dialogforen viel Gelegenheit zu Begegnung und lebhaftem Austausch, aber es wurde auch über konkrete Fördermöglichkeiten für Partnerschaftsprojekte aus BMZ-Mitteln informiert. Ein kurzer Aufenthalt von Herrn Mallick und Herrn Raman in Herrsching schloss sich an: Arbeitsgespräche bei der Indienhilfe, Begleitung von Bürgermeister Christian Schiller während eines Arbeitstages, Besuche bei der Energiegenossenschaft Fünfseenland und der Ammersee Wasser und Abwasser gkU, eine Fahrt nach Augsburg zum Fairtrade-Town-Vernetzungstreffen und zu den Bayerischen Eine-Welt-Tagen, sowie der Besuch von Partnerschulen in Herrsching und Gilching, der Teilnahme an einer Gemeinderatssitzung und viele weitere Programmpunkte standen auf der Agenda. Ein Highlight war die feierliche Eröffnung der Ausstellung über die Geschichte der Partnerschaft zwischen Chatra und Herrsching im Saal der Indienhilfe mit Ehrengast Dr. Ute Eiling-Hütig, MdL. Im Nachgang zu dieser Konferenz beantragte die Gemeinde Herrsching erstmalig Fördergelder des BMZ für den konkreten Bau der Wasseraufbereitungsanlage im Rahmen des Programms NAKOPA – Nachhaltige Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte – bei Engagement Global.

Während des Baus der Anlage läuft die Zusammenarbeit der Indienhilfe mit adelphi weiter. Für den hoffentlich im Lauf des Jahres 2018 bewilligten Bau sind viele Vorbereitungen zu treffen, wie die Erstellung der Unterlagen für das öffentliche Ausschreibungsverfahren, mit dem vor Ort ein lokales Bauunternehmen gesucht werden wird, Klärung der Besitzverhältnisse für den Teich, akzeptanzfördernde Aktivitäten wie Gesundheits- und Informationskampagnen, Vorbereitung von Wasserschutzmaßnahmen mit den Bauern im Einzugsgebiet. Das lokale Wasser-Komitee wird gestärkt und bei der Beantragung staatlicher Programme unterstützt. Damit die Anlage nach Fertigstellung und einjähriger Übergangsphase selbstständig von Chatras Gemeindeverwaltung und dem Wasser-Komitee betrieben werden kann, ist eine partizipative Vorgehensweise unabdingbar, bei der die lokale Bevölkerung auf allen Ebenen in die einzelnen Projektschritte einbezogen ist. Die Anlage in Ghoshpur soll ein Modell werden, das in anderen Ortsteilen und in anderen Kommunen repliziert werden kann.

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Trägerorganisation des Projekts

Indienhilfe e.V.

Indienhilfe e.V.
Register-Nr.: 652

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