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Informationen zum Projekt

Mit 50 Jahren noch Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, dazu braucht es Mut – und Ermutigung. In Bolivien sind fast die Hälfte der Frauen über 15 Jahren Analphabetinnen. Hauptursache hierfür ist ein festes Rollenbild, wonach eine Frau für Haus, Kinder und Feldarbeit zuständig ist. Ohne Bildung lässt sich jedoch auch auf dem Land die vielerorts extreme Armut nicht überwinden. Alphabetisierungskurse des MISEREOR-Partners CCIMCAT helfen daher im südbolivianischen Departement Tarija Frauen dabei, neue Einkommensmöglichkeiten zu erschließen und sich an politischen Entscheidungsprozessen zu beteiligen.

Das Leben lesen lernen

„Lesen und Schreiben zu können ist für uns ganz wichtig, damit wir in den Dorfversammlungen alles mitbekommen. Es ist auch gut, einen Brief schreiben zu können, wenn man zum Beispiel den Stadt- oder Gemeinderat um Hilfe bitten muss“, erklärt Doña Aurora. Die 54-Jährige hat nie eine Schule besucht. Zusammen mit 25 anderen Frauen und zwei Männern lernt sie nun in dem kleinen Schulraum von Papachacra, einem Dorf in Tarija, Lesen und Schreiben. Wie alle hier kennt sie das Gefühl nur zu gut, wenn sie sich für ihre Unwissenheit schämt.

Neue Einkommensmöglichkeiten für die Frauen

In Bolivien leben 60 Prozent der Bevölkerung an oder gar unterhalb der Armutsgrenze. Das gilt vor allem für die vorwiegend indianische Bevölkerung im Hochland. Seit der spanischen Eroberung Anfang des 16. Jahrhunderts wurde sie von den neuen Herren und ihren Nachfahren systematisch unterdrückt und ihrer Entwicklungsmöglichkeiten beraubt. Nur wenige Indios erhielten die Chance auf eine höhere Bildung, den meisten blieb sogar der Zugang zu einer Elementarbildung verwehrt. Zwar hat sich der Bildungssektor auch im Hochland in den letzten Jahrzehnten verbessert, und seit 2006 regiert mit Evo Morales erstmals  ein Präsident, der selbst indianischer Abstammung ist und wie keiner seiner Vorgänger die Interessen der benachteiligten Bevölkerungsgruppen im Blick hat.  Doch gibt es noch für längere Zeit einen großen Nachholbedarf, und der ist bei der weiblichen Bevölkerung erheblich größer als bei der männlichen.

Deshalb konzentriert sich der MISEREOR-Partner CCIMCAT auf die große Zahl von Frauen, die keine Schulbildung haben. Wegen ihrer meist extremen Armut verbindet CCIMCAT seine Bildungsangebote mit deren unmittelbarer ökonomischen Anwendung: Alles Lernen soll zu produktiver Arbeit hinführen. So eröffnen sich für die Frauen neue Einkommensmöglichkeiten, mit denen sie ihre Familien besser versorgen können. Frauengruppen stellen beispielsweise mit technischer Unterstützung von CCIMCAT verschiedene Produkte her, die sie auf dem Markt verkaufen – u.a. Marmelade, Käse und Webarbeiten.

Selbstbewusstsein und Anerkennung durch Wissen

Die benachteiligten Bolivianerinnen erlangen so neues Selbstbewusstsein und mehr Respekt in Familie und Dorfgemeinschaft. „Wer keine Bildung hat, tritt schüchtern und zurückhaltend auf, traut sich nicht, für die Gemeinschaft Verantwortung zu übernehmen, und wird schnell ausgebeutet“, sagt Celinda Sosa Lunda, Gründerin des CCIMCAT. Sie wurde Anfang 2006 zur Wirtschaftsministerin in die bolivianische Regierung berufen – wegen ihrer hervorragenden Entwicklungsarbeit an der Basis. Einigen Frauen konnten bereits bei den Behörden Verbesserungen der Infrastruktur durchsetzen: etwa die Einrichtung einer Trinkwasserversorgung oder den Bau von Brücken.

Erfolge motivieren, Hemmungen zu überwinden

Dass es sich lohnt, Hemmungen zu überwinden, zeigt auch Doña Francisca. Mit 50 Jahren lernte sie bei CCIMCAT Lesen und Schreiben, absolvierte anschließend mehrere Ausbildungsseminare und wurde dann in Padcaya Bürgermeisterin – als erste Frau in diesem Amt.


So hilft Ihre Spende

Für 33 Euro kann eine Person an einem zehnmonatigen Alphabetisierungskurs (inkl. Unterrichtsmaterial) teilnehmen

470 Euro kostet ein zweitägiges Seminar mit 45 Teilnehmerinnen

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Trägerorganisation des Projekts

Misereor e.V.

Misereor e.V.
Register-Nr.: VR 1328

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