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Informationen zum Projekt

Wie wäre mein Leben, wenn ich als behindertes Mädchen in Indien zur Welt gekommen wäre? Wenn ich außerdem sechs Geschwister hätte, von denen drei wie ich zu dünne Beine hätten und nicht stehen, nicht gehen könnten? Solche Gedanken gingen mir durch den Kopf, als Elisabeth Kreuz, mein Mann Hansjörg und ich im November 2004 einem Treffen von Kindern mit Behinderung, ihren Müttern und jungen ausgebildeten Ehrenamtlichen in der Grundschule von Fengabasa beiwohnten. Vor uns wurde ein mageres, etwa dreijähriges Mädchen im roten Kleid auf seine Füße gestellt – es blieb stehen, zur hellen Freude aller Anwesenden. Tags zuvor hatte sie eine Therapeutin mit Übungen soweit gebracht: ein erster Schritt zur Lebensverbesserung dieses Kindes und seiner Familie.

Wir befanden uns auf Besuch bei BIKASH, einer Entwicklungsorganisation, die aus mehr als 50 Bewerbungen als potentielle neue Partnerorganisation der Indienhilfe ausgewählt worden war. BIKASH hat seinen Sitz im Bankura Distrikt, etwa 200 km nordwestlich von Kalkutta. Seit der Gründung 1996 ist BIKASH rasch gewachsen. Im Mittelpunkt der Bemühungen steht die Förderung von Kindern und Frauen, insbesondere solcher mit Behinderungen, und ihrer Rechte.

Mit der Gründung von BIKASH verfolgte das Ehepaar Uttam und Madhabi Mukherjee einen ganzheitlichen Ansatz im Umgang mit Behinderung. Sie sind sich bewusst, dass die hohe Zahl von Behinderungen im Bankura Distrikt mit der großen Armut der Bevölkerung zu tun hat und nicht isoliert behandelt werden kann.

Über 90 % der Menschen in diesem Distrikt leben auf dem Land und sind überwiegend von der Landwirtschaft abhängig. Die schlechten Böden und häufige Dürre lassen nicht mehr als eine Ernte zu. Die chronische Unterernährung macht anfällig für Krankheiten und Behinderungen. Das heißt: weil die Leute arm sind, weil die schwangeren und stillenden Frauen nicht ausreichend zu essen haben, ihnen kein sauberes Trinkwasser, keine sanitären Anlagen zur Verfügung stehen, weil sie bis zur Geburt (und gleich danach) schwere körperliche Arbeit verrichten, weil ihnen – neben Bildung – medizinische Betreuung fehlt, gibt es so viele Risikogeburten und so viele Kinder mit Behinderung. Und mit behinderten Kindern ist es erst recht aussichtslos, aus diesem Teufelskreis der Armut herauszukommen – außer es gibt Organisationen wie BIKASH, die Hilfestellung geben.

BIKASH mit seinen etwa 60 Mitarbeitern erreicht mehr als 10.000 arme Familien in 120 Dörfern und verbessert ihre Lebensverhältnisse: durch Kleinkreditprogramme und die Förderung von Selbsthilfegruppen, durch spezielle Gesundheits- und Ernährungshilfen für Schwangere und Stillende und ihre Kinder; durch ambulante Behandlung und Förderung von 75 behinderten Kindern und Jugendlichen im Centre for Special Education, und durch ein Programm, das ermöglicht, dass in über 700 Schulen Kinder mit leichten bis mäßigen Behinderungen in das normale Schulleben integriert werden.

Durch die bisherige Arbeit mit Selbsthilfegruppen in den Dörfern hat BIKASH das Vertrauen der Bevölkerung gewonnen. Ihre Mitarbeiter werden immer öfter um Hilfe für behinderte Familienangehörige gebeten - ungewöhnlich, weil Behinderte eher versteckt werden. Madhabi, Sonderpädagogin aus Leidenschaft, entwickelte die Idee der gemeindebasierten Rehabilitation. Während Kinder mit schweren Behinderungen in überregionalen Einrichtungen oder im Zentrum bei Bankura behandelt werden, ist bei leichteren Formen Hilfe vor Ort möglich. Dafür wurden sechs Unterzentren geplant, die die behinderten Kinder von jeweils fünf umliegenden Dörfern betreuen und Aufklärungsarbeit leisten sollen, um künftige Behinderungen zu vermeiden.

Im Dorf Fengabasa war schon im Oktober des letzten Jahres mit einem „Probelauf“ begonnen worden; das kleine Mädchen im roten Kleid konnte bereits von den Bemühungen der Sozialarbeiter und Therapeuten profitieren. Inzwischen haben alle sechs Unterzentren ihre Arbeit aufgenommen. Den jeweiligen Raum stellt entweder die Primarschule oder der örtliche Jugendclub kostenfrei zur Verfügung. In jedes Unterzentrum kommen fünfmal wöchentlich durchschnittlich 16 Kinder (insgesamt 52 Jungen und 47 Mädchen). Für jedes Unterzentrum sind zwei Fachkräfte vorgesehen, die aus den Dörfern rekrutiert und für ihre Aufgaben nach und nach ausgebildet werden. Sie werden von einem lokalen Team von vier Personen unterstützt: zwei Eltern, einem Behinderten und einer weiteren Person der Dorfgemeinschaft. Auf diese Weise wird den behinderten Kindern nicht nur direkt geholfen, sondern ein großer Kreis von Menschen wird für die Belange der Behinderten sensibilisiert. Langfristig wird dies dazu beitragen, dass die Behinderten nicht mehr am äußersten Rand der Gesellschaft stehen.

Wir wünschen uns, dass möglichst viele junge behinderte Menschen von BIKASH profitieren, ihr Lebenspotential entdecken und entwickeln, und dass ihre gesellschaftliche Integration gelingt! Um das zu erreichen sind wir auf Ihre Spende angewiesen! Bitte spenden Sie unter dem Stichwort "Bikash".

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Trägerorganisation des Projekts

Indienhilfe e.V.

Indienhilfe e.V.
Register-Nr.: 652

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