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Informationen zum Projekt

Adivasi-Medizin: Alte Heilmethoden bewahren, anwenden und fortenwickeln

Jahrtausende lang haben die Adivasi, die indischen Ureinwohner, die Heilpflanzen ihrer Wälder erforscht und genutzt. Heute droht dieses Wissen in Vergessenheit zu geraten, weil die "moderne" Medizin inzwischen auch in den abgelegensten Dörfern als höherwertig angesehen wird, die bunte Pille und die Injektionsspritze für die Landbevölkerung eine große Attraktivität haben. Andererseits ist seit einigen Jahren ein Run der pharmazeutischen Konterne auf die genetischen Schätze der unzugänglichen Dschungel zu beobachten, um sie für sich zu patentieren und den Profit davon zu haben.

Mit großem persönlichen Einsatz haben sich die Mitarbeiter der Indienhilfe-Partnerorganisation Ektagram Vikas Samiti (EVS) der Aufgabe verschrieben, die Heilmittel der Adivasi zu erfassen, zu dokumentieren, Rezepturen für standardisierte Medikamente zu entwickeln, sie herzustellen, zu erproben und wissenschaftliche Wirksamkeitsstudien durchzuführen. Die Zusammenarbeit entstand aus den Problemen eines anderen Indienhilfe-Partners, des katholischen Priesters Robert D'Souza, der viele Jahre in extrem abgelegenen Regionen im Süden West-Bengalens Sprechstunden für Tuberkulosepatienten durchführte. TB ist unter den schlecht ernährten Adivasi stark verbreitet, die Behandlung mit Antibiotika schwierig, da sie einerseits teuer ist und andererseits die Patienten häufig die Medikamente nicht regelmäßig einnehmen. Fr. Robert stellte fest, dass eine zunehmende Zahl seiner Patienten nicht mehr auf die gängigen Antibiotika ansprachen, die Erreger Resistenzen entwickelt hatten. Zusammen mit dem Mediziner und Biochemiker Dr. Kali C. begann er bei diesen hoffnungslosen Fällen mit naturheilkundlichen Medikamenten zu arbeiten und erlebte bei 2000 Tuberkulose- und auch Leprapatienten Erfolge bei erheblich geringeren Kosten.

Vor einem Jahr wurde nun eine eigene Organisation für die Erforschung der Naturmedizin gegründet: EVS. Sie steht unter der Leitung der Ethnomedizinerin Saraswati M., da Dr. C. inzwischen zu alt und krank geworden ist, um sein Lebenswerk selbst fortzuführen. Ziel ihrer Arbeit ist es, die Gesundheit und das Einkommen von Stammesangehörigen in 500 Dörfern zu verbessern. Die Adivasi werden in die Produktion der Medikamente einbezogen. Die Frauen sammeln die Pflanzen oder bauen sie selbst in ihren Küchengärten an und verkaufen sie an EVS, wo sie derzeit noch von Hand nach traditionellen Methoden weiterverarbeitet werden. Mit Unterstützung der Indienhilfe werden nun einfache Verarbeitungsmaschinen für etwa 4500 € angeschafft, um die Produktion zu professionalisieren.

In diesem Jahr führt EVS Kurse für 40 traditionelle Heiler durch, die in Zukunft als kompetente Gesundheitshelfer in ihren Dörfern tätig sein und dabei die Fachleute von EVS als Ansprechpartner haben werden. Außerdem halten Saraswati und ihr Team von mehreren Mitarbeitern monatlich an acht verschiedenen Projektstandorten Sprechstunden ab, für die die Patienten oft weite Anreisen in Kauf nehmen. Durchschnittlich werden an einem Tag etwa 60 Patienten behandelt. Die häufigsten Probleme stellen Magen-Darm-Erkrankungen dar, Arthritis, Rheuma, Wurmbefall sowie gynäkologische Erkrankungen. Weiterhin werden aber auch Tuberkulose- und Leprapatienten naturheilkundlich behandelt.

In Zukunft soll sich die Produktion der Medikamente selbst finanziell tragen, die Fortbildungen und die Durchführung der regelmäßigen Sprechstunden werden jedoch zunächst weiter von der Indienhilfe unterstützt werden müssen. Auch soll EVS demnächst Mitarbeiter von anderen Indienhilfe-Partnern schulen, die dann auch die naturheilkundlichen Medikamente in ihrer Gesundheitsarbeit einsetzen können. Langfristig ist die Patentierung der von EVS hergestellten Medikamente geplant, dafür müssen jedoch erst einige rechtliche Voraussetzungen geschaffen werden.

Vor kurzem wurde EVS mit einem "Meghnad Puroshkar Preis" für ihre Bemühungen, wissenschaftliche Erkenntnisse der Bevölkerung nutzbar zu machen. Das Preisgeld von umgerechnet 400 € wird in die weitere Forschung von EVS einfließen.

Für die längerfristige Förderung dieser Arbeit braucht die Indienhilfe dringend Spenden mit dem Vermerk "EVS"

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Trägerorganisation des Projekts

Indienhilfe e.V.

Indienhilfe e.V.
Register-Nr.: 652

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