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Ziegelbrennerei verschafft jungen Müttern in Tumba/Ruanda Arbeit


Allein erziehend in Ruanda. Für viele Frauen heißt das Prostitution, oft illegale Jobs – nur um ein bisschen Geld zum Essen zu verdienen, weit entfernt von einem sicheren  Einkommen. Oft werden die Frauen von der Familie verstoßen. Allein zu sein mit Kind und ohne Mann ist in Ruanda noch immer eine Schande, allerdings keine Seltenheit.

Aliel Arisanze ist 28 Jahre alt, Mutter von zwei Kindern und Mitgründerin des Mutter-Kind-Projekts in Tumba, ganz in der Nähe von Huye. Seit Mitte August 2009 brennen dort in einer Ziegelei  über hundert  allein erziehende Frauen Ziegeln und verdienen sich so ihr monatliches Auskommen. Die Frauen sind motiviert und begeistert bei der Arbeit, es macht ihnen Spaß. Das merkt man sofort. Alle haben ähnliches durchgemacht. Die Arbeit gibt ihnen finanzielle Sicherheit und Halt. Das ist sehr wichtig für sie.

Aliel träumt davon eines Tages ein eigenes Häuschen für sich und ihre Kinder zu besitzen, keine Miete mehr zahlen zu müssen. Solche oder ähnliche Träume haben alle diese Frauen. Dafür arbeiten sie hart: zwischen 100 und 220 Ziegel werden pro Tag von nur einer Mitarbeiterin hergestellt. Die Anstrengung macht sich nicht bemerkbar. Es herrscht eine ausgelassene, gute Stimmung bei der Arbeit.

Seit einiger Zeit schon ist das Brennen von Ziegeln in Ruanda verboten, da die herkömmlichen Methoden, die Befeuerung der Brennöfen mit Holz, die Umwelt zu sehr belasten und dadurch viel Wald in Ruanda abgeholzt wurde. Es dürfen nur noch bestimmte, umweltschonende Brennmaterialien in den Ziegeleien verfeuert werden. HHN hat diese Kriterien erfüllt und so eine Ausnahmegenehmigung für einen Ziegeleibetrieb.  In Tumba wurde ein Brennofen mit neuer Technik gebaut, der mit Reis- und Kaffeebohnenschalen geheizt wird. Diese Materialien sind zwar in der Anschaffung recht teuer, belasten aber die Umwelt weniger und werden daher als Brennmaterial von der Regierung gebilligt.

Aliel und die anderen Frauen hier, die früher nicht wussten, wie sie ihre Kinder und sich über die Runden bringen sollten, haben nicht nur eine regelmäßige, sondern auch eine wichtige Arbeit gefunden. Das Projekt ist zukunftsorientiert: die Ziegeln sind für dringend benötigte Häuser vorgesehen. Neue, strenge Bauregeln der Regierung schreiben beim Hausbau die Verwendung gebrannter Ziegeln vor. Lehmhütten dürfen in Zukunft nicht mehr gebaut werden, da sie nicht einsturzsicher sind.

Das Projekt ist erfolgreich. Seit seinem Beginn findet man auf Huyes Straßen deutlich weniger Mütter mit Ihren Kindern. Und die Kooperation hat sich verpflichtet noch weitere Mitglieder aufzunehmen. „Solange das Projekt weiter läuft und die Nachfrage nach gebrannten Ziegeln so hoch bleibt wie bisher, habe ich keine Angst vor der Zukunft“, erzählt uns Aliel. „Ich kann mich auf das regelmäßige Einkommen verlassen. Früher musste ich illegal Obst verkaufen, um meine Kinder durchzubringen. Da wusste ich nie ob das Geld reichen würde.“


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